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System geht an den
Bedürfnisse von Patienten
in ärmeren Ländern vorbei
Finanzierung für medizinische Forschungen
Wie eine Untersuchung der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne
Grenzen ergab, wurden lediglich ein Prozent aller neu zugelassenen Medikamente in den 1974
bis 2004 für die Behandlung von Krankheiten wie der Schlafkrankheit oder Tuberkulose
entwickelt. In Anbetracht dieser Ergebnisse und anlässlich der Weltgesundheitsversammlung
der WHO im Mai in Genf, forderte Ärzte ohne Grenzen die Bundesregierung dazu auf, die
Finanzierung für medizinische Forschungen in Deutschland zu überdenken. Der Grund, das
derzeitige System geht an den Bedürfnissen von Patienten in den Entwicklungsländern
vorbei, weil nach wie vor die Arzneimittelhersteller ihre Forschungsprojekte
ausschließlich auf finanzstarke Märkte ausrichten.
An einigen dieser Krankheiten, für die kaum Geld in Forschungsprojekte
investiert wird, sterben jährlich jedoch Millionen von Menschen in ärmeren Ländern.
Auch ein aktueller Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigt diese
offensichtlichen Mängel in der gegenwärtigen Arzneimittelforschung. An den regierenden
Politikern in den reicheren Ländern liegt es, eine Trendwende in der medizinischen
Forschung und Entwicklung einzuleiten. Erfolgt diese Trendwende nicht, so werden weiterhin
Millionen von Menschen sterben, nur weil die Krankheiten, unter denen die Menschen in
vielen Entwicklungsländern leiden, nicht genügend Profit für die Pharmakonzerne
versprechen.
PM vom 19.05.06 / eingetragen am: 05.06.2006 | weiterlesen: Gesundheitsforschung
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