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Medaillenehrgeiz darf nicht zu Lasten der Pferde gehen


Tiere im Hochleistungsreitsport

Weltreiterspiele in Aachen - Medaillenehrgeiz darf nicht zu Lasten der Pferde gehen

17.08.06 - Vom 20. August bis 03. September 2006 finden in Aachen die Weltreiterspiele (World Equestrian Games, FEI) statt. Für den Reitsport stellt diese Veranstaltung ein "Highlight" dar, für die Pferde kann sie zur unerträglichen Qual werden. Der Deutsche Tierschutzbund mahnt die Reiter zur Rücksicht gegenüber ihren Pferden. Der Medaillenehrgeiz sollte die Reiter nicht dazu verleiten, ihre Pferde zu überfordern oder Schmerzsignale einfach zu ignorieren.

In diesem Jahr kämpfen die besten Reiter um den Weltmeistertitel in Aachen. Gerade wenn der menschliche Ehrgeiz an die erste Stelle rückt, können wichtige Aspekte des Tierschutzes zu schnell in Vergessenheit geraten. Der Deutsche Tierschutzbund richtet deshalb seinen Appell an die Reiter: In keinem Augenblick der über mehrere Tage dauernden Prüfungen zu vergessen, dass Pferde keine Sportgeräte sind, sondern lebende und fühlende Tiere. "Der häufige Einsatz von Sporen, das Herunterziehen der Pferdeköpfe, extrem schnelle Wendemanöver und unfallträchtige Sprünge in Höchstgeschwindigkeit geritten sind auch im Rahmen einer Weltmeisterschaft aus Tierschutzsicht nicht akzeptabel. Medaillenehrgeiz darf nicht zu Lasten der Pferde gehen", erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Die Kritik wird auch von der Experten der wissenschaftlichen Einrichtung "Akademie für Tierschutz" unterstützt.

Pferde können ihre Schmerzen nicht durch Laute äußern oder sich dem Reiter widersetzen. So zum Beispiel auch bei der so genannten Rollkur, einem fragwürdigen Ausbildungselement im Dressursport, bei der die Pferde durch das extreme Herunterziehen des Kopfes fast mit ihren Nüstern die Brust zu berühren, um unter anderem leichter dirigiert werden zu können. Derartige Ausbildungsmethoden der Profi-Reiter, die aus Tierschutzsicht nach wie vor umstritten sind und die die Gefahr bergen, dass auch ungelernte Hobby-Reiter diese ausüben, sind aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes nicht akzeptabel.

Darüber hinaus kritisiert der Deutsche Tierschutzbund, dass Tiere im Hochleistungsreitsport oftmals nicht artgerecht gehalten werden. Aus Befürchtung, sie könnten sich verletzen, erhalten die wenigsten dieser Pferde Auslauf in der Gruppe. Auch der Weidegang, bei dem sich die Pferde frei bewegen und nach Herzenslust buckeln können, bleibt einer ganzen Anzahl von Pferden versagt.

Quelle und weitere Informationen im Internet unter: www.tierschutzbund.de

------- Eine weitere Mitteilungen zum Thema Tierschutz aus 2006 -------
 

Private Exotenhalter Gefahr für Allgemeinheit

aktion tier e.V. und animal public e.V. fordern ein Verbot der privaten Exotenhaltung

aktion tier - menschen für tiere e.V.,
Deutschlands große Tier- und Artenschutzorganisation

Berlin/München/Düsseldorf, 17.08.2006. Immer mehr Deutsche halten exotische Tiere wie Giftschlangen, Würgeschlangen, Vogelspinnen und Skorpione. Entkommen die oftmals gefährlichen Tiere den Hobbyhaltern, stellen sie eine Gefahr für ahnungslose Nachbarn und Passanten dar. Experten fordern daher ein Verbot der Privathaltung von exotischen Tieren.

Über Kleinanzeigen, in Tierhandlungen oder bei sogenannten Exotenbörsen kann jeder Laie exotische und gefährliche Tiere aus aller Welt kaufen. Schätzungen zufolge werden etwa 10 000 Giftschlangen, 200 000 Riesenschlangen und zehntausende Warane, Pfeilgiftfrösche und Chamäleons derzeit in deutschen Privathaushalten gehalten.

Besorgniserregend aus Sicht von Judith Schmalzl, aktion tier e.V. ist: "Dass das Verantwortungsbewusstsein für den tiergerechten und sicheren Umgang mit den gefährlichen Exoten ist bei vielen Haltern nicht vorhanden ist".

Allein in den letzten sechs Wochen sind in Deutschland zwölf Fälle von entlaufenen Exoten wie Skorpion, Gift- und Würgeschlangen bekannt geworden. So entwich im Kreis Euskirchen eine Albino-Python in einer Postfiliale aus einem aufgegebenen Paket, in Ampfing fanden zwei Jungen eine Tigerpython im Gebüsch, die ihren Eigentümern beim gemeinsamen Camping entwichen war, in Hamburg fanden Bewohner eines Mehrfamilienhauses eine Boa Constrictor und in Elmshorn entdeckte ein Mann eine Königsnatter in seiner Badewanne, das Tier hatte offensichtlich schon länger unbemerkt in der Wohnung gelebt, hinter dem Küchenschrank fand sich seine abgestreifte Haut von der letzten Häutung. Die Dunkelziffer der entwichenen Exoten ist vermutlich wesentlich höher. Spezialisierte Tierschutzvereine wie animal public e.V. fordern schon lange eine Änderung der Rechtslage.

"Exotische Wildtiere, können von Privatpersonen nicht artgerecht gehalten werden und stellen dazu, wenn sie entweichen, oftmals noch eine Gefahr für die Allgemeinheit dar", so Laura Zimprich von animal public, "wir fordern daher ein gesetzliches Verbot der privaten Exotenhaltung." Außerdem erläutert Laura Zimprich weiter: "Die Anforderungen die an die Halter von gefährlichen Hunden gestellt werden sind in Deutschland mittlerweile zum Schutz der Allgemeinheit sehr detailliert geregelt. Dass gleichzeitig gefährliche Wildtiere von Jedermann gehalten werden können ist vollkommen unverständlich und muss geändert werden."

Wie gefährlich die Hobbyhaltung von exotischen Wildtieren werden kann zeigte sich im April in Bonn. Ein 24-jähriger Mann wurde von seiner eigenen Diamant-Klapperschlange gebissen und erlitt einen lebensgefährlichen Schock.

Die Tierschutzorganisation aktion tier - Menschen für Tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Judith Schmalzl, aktion tier - Geschäftsstelle München,
Tel.: 089-75969252 (Judith.Schmalzl@aktiontier.org),
Laura Zimprich, animal public e.V.,
Tel.: 0211-56 949 730, (Info@animal-public.de).

aktion tier - Menschen für Tiere e.V.

Quelle: www.tierhilfswerk.de


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Weitere Themen: 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98

Sie haben eine Frage zum Thema "Tierschutz" oder Sie möchten wissen, was bedeutet eigentlich das Wort Rollkur, oder was sind Exoten? Einige Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar und einige weiterführende Erläuterungen unter Brennpunkte I und II.