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Geschichte am Stück und historische Gärten


Verkauf von mittelalterlichen Steinen

LWL-Archäologen verkaufen mittelalterliche Steine

Paderborn (lwl) 21.08.06. Knapp anderthalb Jahre haben die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Paderborns Innenstadt geforscht und die Grundmauern mittelalterlicher Häuser freigelegt. Bevor nun der Bagger den darunter liegenden Steinbruch aus dem 11. Jahrhundert freilegt, wollen sie Teile eines der ältesten Steingebäude auf dem Gelände für einen guten Zweck verkaufen.

Drei Euro kostet ein Stein des Hauses aus dem 13. Jahrhundert. "Sonst würden die Steine einfach weggeräumt, denn wir können nicht alles aufheben was wir erforscht haben", so LWL-Archäologe Dr. Sven Spiong. Zu jedem Stein gibt es ein Zertifikat, in dem die Wissenschaftler des LWL die Geschichte des etwa 800 Jahre alten Hauses zwischen Kötterhagen und Grube beschreiben.

Wer eines der Stücke des Paderborner Mittelalters erwirbt, tut zugleich ein gutes Werk: Der Erlös kommt zu 100 Prozent dem Deutschen Kinderschutzbund, Kreisverband Paderborn e. V. zu Gute. Die Vorsitzende des Vereins, Jutta Emrich, freut sich: "Wir benötigen dringend Mittel, um begonnene Projekte fortführen zu können, außerdem erhoffen wir uns von der Aktion Werbung für den Kinderschutzbund Paderborn, der erst seit einem Jahr besteht".

Der Verkauf findet am Samstag, den 26. August von 10 bis 16 Uhr auf dem Grabungsgelände statt. Gleichzeitig informiert LWL-Stadtarchäologe Spiong mit einem kleinen Team über die Grabungsergebnisse in kostenlosen Führungen.

Es ist die letzte Möglichkeit, die ältesten Siedlungsspuren am Kötterhagen noch einmal zu sehen, denn in den folgenden Wochen wird der Bagger den darunter liegenden Steinbruch des 11. Jahrhunderts freilegen. Die Fortschritte der Ausgrabungen können interessierte Besucher auch weiterhin verfolgen. Bis Ende September finden jeden Dienstag um 17 Uhr öffentliche Führungen über das Grabungsgelände beziehungsweise durch den Steinbruch statt, Treffpunkt ist das Eingangstor zur Grabung an der Grube 6.


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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 12.000 Beschäftigten für die 8,5 Millionen Menschen in der Region. Mit seinen 35 Förderschulen, 17 Krankenhäusern, 17 Museen und als einer der größten deutschen Hilfezahler für behinderte Menschen erfüllt der LWL Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, der durch ein Parlament mit 100 Mitgliedern aus den Kommunen kontrolliert wird.

Weitere Informationen im Internet: www.lwl.org

----------------- Weitere Mitteilungen -----------------

 

Historische Gärten und Parks öffnen sich

Der 10. September ist der "Tag des offenen Denkmals"

Bonn, 17. August 2006/ck - Eines der größten und erfolgreichsten Kulturereignisse in Deutschland steht wieder an: Am 10. September gibt es im ganzen Land den Tag des offenen Denkmals. Überall öffnen engagierte Bürgerinnen und Bürger die Türen und Tore ihrer "Kulturschätzchen": Von der historischen Wassermühle, über die alte Dorfkirche, das stattliche Bürgerhaus bis zur alten Bahnstation und dem weitläufigen Park einer Fabrikantenvilla. Bei der bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordinierten Aktion werden wieder rund 7.000 sonst meist nicht zugängliche historische Bauten, Parks und archäologische Ausgrabungen in mehr als 2.500 Städten und Gemeinden geöffnet.

Unter dem Motto "Rasen, Rosen und Rabatten" widmet sich der Denkmaltag in diesem Jahr insbesondere allen Facetten der Gartendenkmalpflege. Deshalb werden vielerorts neben all den anderen interessanten Denkmalobjekten insbesondere Schlossparks, Kloster- und Bauerngärten, Stadtparks und alte Alleen vorgestellt. In zahlreichen Führungen und Vorträgen können die Besucher die Geschichte des Gartenbaus von der Römerzeit bis heute kennenlernen. Fachleute informieren über die besonderen Herausforderungen im Umgang mit sich laufend durch Wachstum und Absterben verändernden Pflegeobjekten.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit eröffnen den Denkmaltag am Morgen des 10. September in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin. Die Hauptstadt ist bundesweit bekannt für ihren vorbildlichen denkmalpflegerischen Umgang mit ihren zahlreichen historischen Grünflächen, repräsentativen Schlossparks und privaten Gärten. Der "Tag des offenen Denkmals" ist seit 1993 der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Die Veranstalter dürfen am 10. September wegen der großen Zahl der geöffneten Objekte und des Erfolgs der Vorjahre wieder mit rund 4 Millionen Besuchern allein in Deutschland rechnen.

Alle Veranstaltungen am 10. September finden Sie im Internet unter www.denkmalschutz.de. Das gedruckte Programm ist erhältlich bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Koblenzer Straße 75, 53177 Bonn, Fax: 0228/3906343.

Quelle und weitere Informationen im Internet unter: tag-des-offenen-denkmals.de


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Weitere Themen: 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97

Sie haben einige Fragen zum Thema "Wissenschaft und Geschichte" oder Sie möchten wissen, was bedeutet eigentlich das Wort Archäologie, was sind Gene oder was versteht man unter Grundlagenforschung? Einige Antworten auf häufig gestellte Fragen aus dem großen Bereich Wissenschaft und Forschung finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar, welches stetig erweitert wird.