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Umweltbericht 2006


Qualität von Wasser, Luft und Boden

Sander: Natur und Umwelt in vielen Bereichen verbessert/ Umweltschutz bleibt Daueraufgabe

Hannover, 18.08.2006 - Das Niedersächsische Umweltministerium hat heute (Freitag) den Umweltbericht 2006 veröffentlicht. Der Bericht gibt unter anderem Auskunft darüber, wie sich die Qualität von Wasser, Luft und Boden verändert. Der Umweltbericht knüpft an den Vorgängerbericht aus dem Jahre 2001 an. Er erfasst insbesondere den Zeitraum von 1999 bis 2004/2005 und reicht zum Teil auch darüber hinaus.

"Die Daten und Fakten zeigen: Der Zustand unserer Umwelt hat sich in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen verbessert: Luftschadstoffe wurden reduziert, die Qualität der Gewässer wurde verbessert und Energie konnte effizienter eingesetzt werden. Auch im Naturschutz wurden Erfolge erzielt. So hat der Bestand vieler Vogelarten wieder erfreulich zugenommen", fasste Umweltminister Hans-Heinrich Sander zusammen. "Zu verdanken haben wir diese Erfolge einerseits dem Engagement vieler Menschen - besonders der Ehrenamtlichen im Naturschutz - und andererseits dem Fortschritt und dem Einsatz innovativer Technik", stellte der Minister fest. "Unser Ziel ist es, diesen Standard zu halten und wo notwendig, weiter zu verbessern."

Luftqualität: Großfeuerungsanlagen, Haushalte und Verkehr geben deutlich weniger Schwefeldioxid, Staub und Stickstoffoxide in die Luft ab. Dazu beigetragen haben seit den 1980iger Jahren technische Entwickelungen wie Rauchgasentschwefelung und Entstickung, geregelter Katalysator, Entschwefelung von Brennstoffen und veränderte Benzinzusammensetzung.

"Erfreulich ist, dass auch bei den Feinstaubimmissionen ein kontinuierlicher Rückgang festzustellen ist", erläuterte Sander. "Und dort, wo es Schwerpunkte von Feinstaubbelastung gibt, werden wir weiter aktiv sein." Entsprechend erstelle das Umweltministerium gemeinsam mit den Kommunen Aktionspläne, so für Hannover, Braunschweig, Burgdorf, Göttingen, Osnabrück und Hildesheim.

Wasserqualität: "Die Qualität unserer Flüsse ist deutlich besser geworden, so ist beispielsweise die Salzbelastung der Weser im Vergleich zu den 1980iger-Jahren um 80 Prozent zurückgegangen", sagte Sander. "Das Grundwasser allerdings hat ein langes "Gedächtnis" und weist stellenweise hohe Nitrat- und Aluminiumwerte auf." Diese Werte sind seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark angestiegen.

"Das Trinkwasser in Niedersachsen ist von guter Qualität", fügte der Minister hinzu. Landwirte, die in Trinkwassergewinnungsgebieten wirtschaften und dabei die Belange des Trinkwasserschutzes im besonderen Maße berücksichtigen, werden für den höheren Aufwand finanziell vom Land entschädigt. In fast allen Trinkwassergewinnungsgebieten Niedersachsens, in denen landwirtschaftliche Nutzung statt findet, gibt es insgesamt über 110 Kooperationen zwischen Wasserversorgern und Wassernutzern.

Natur- und Landschaft: "Beispiele für den Erfolg im Artenschutz sind Kranich und Seeadler: Aktuell brüten 400 Kranich-Paare und 20 Seeadler-Paare in Niedersachsen", informierte der Minister. "Erfolge im Artenschutz wurden zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und der Wasserwirtschaft erzielt." Eine wichtige Rolle spiele auch der Vertragsnaturschutz: "Derzeit gibt es Kooperationsverträge mit mehr als 1.900 Landwirten auf einer Fläche von rund 28.000 Hektar Land. 2000 waren das nur cirka 2.300 Hektar und 2002 erst knapp 20.000 Hektar."

Es gebe aber nach wie vor Arten und Lebensräume, die in ihrem Bestand bedroht seien. "100 der 211 einheimischen Brutvogelarten - zum Beispiel die Wiesenweihe und der Goldregenpfeifer - gelten als gefährdet", so Sander. "Hier sind und bleiben wir aktiv: Gewässerrenaturierungen sowie das Wiederherstellen und Schaffen von Lebensräumen für bedrohte Vögel sind nur einige der wirkenden Maßnahmen. Hinzu kommt der gezielte Schutz der Gelege und der Jungtiere, der ohne Ehrenamtliche nicht zu leisten wäre."

In Niedersachsen gibt es 385 FFH-Gebiete mit einer Fläche von rund 610.000 Hektar, also11,9 Prozent der Landesfläche. Derzeit 60 Vogelschutzgebiete beanspruchen eine Fläche von rund 530.000 Hektar, also 10,5 Prozent der Landesfläche. Weitere Nachmeldungen von Vogelschutzgebieten werden im Herbst vorbereitet. Manche Flächen sind sowohl Vogelschutz- als auch FFH-Gebiete. Natura 2000-Gebiete sind somit rund 730.000 Hektar oder 14,4 Prozent der Landesfläche.
Bodenqualität: "Auch die Bearbeitung von Altlasten als potenzielle Belastungsquelle geht voran", informierte Sander. Mittlerweile sind 69.000 altlastverdächtige Flächen erfasst, 1.015 sind saniert.

Energie: "Eine effiziente Energienutzung ist ökologisch und ökonomisch von großer Bedeutung. Sie konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert werden", erklärte Sander. In Niedersachsen werden 60 Prozent des Bruttostroms aus Kernenergie erzeugt, der Anteil der erneuerbaren Energien ist auf knapp elf Prozent gewachsen.

"Insgesamt belegt der Umweltbericht 2006, dass der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen eine Daueraufgabe ist und bleibt. Moderne Umweltpolitik muss immer wieder neue Antworten auf sich verändernde Rahmenbedingungen finden", erklärte Umweltminister Sander abschließend. "Und das gelingt nur, wenn wir die Menschen nicht ausgrenzen, sondern sie auf diesem Weg mitnehmen."

Auf über 250 Seiten liefert der Umweltbericht 2006 Daten und Fakten aus der systematischen und kontinuierlichen Umweltbeobachtung. Als Nachschlagewerk für interessierte Bürgerinnen und Bürger, Politik und Verwaltung liefert er eine objektive Grundlage für Entscheidungen. Das Land Niedersachsen erfüllt mit dem Bericht einen Auftrag des Niedersächsischen Landtages, zugleich kommt es seiner Pflicht aus der EU-Umweltinformationsrichtlinie nach. Diese fordert dazu auf, Informationen zum Umweltzustand systematisch aufzubereiten und sie aktiv in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Der Umweltbericht 2006 ist ein Werk von mehr 100 Autorinnen und Autoren aus mehr als 20 Dienststellen des Landes und weiteren Institutionen. Die Gesamtredaktion lag im Umweltministerium.

HINWEIS:

Der Umweltbericht 2006 steht im Internet unter www.umwelt.niedersachsen.de und ist kostenlos als Broschüre erhältlich. Bezug: pressestelle[@]mu.niedersachsen.de


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Weitere Themen: 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87

Sie haben eine Frage zum Thema "Umweltbericht 2006" oder Sie möchten wissen, was sind Stickstoffoxide, oder was sind Luftschadstoffe? Einige Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar und einige weiterführende Erläuterungen unter Brennpunkte I und II.