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Gib Aids keine Chance


16. Internationale AIDS-Konferenz in Toronto

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt in Toronto die erfolgreiche Präventionskampagne "Gib Aids keine Chance" vor

11.08.2006 - Vom 13. bis 18. August findet in Toronto, Kanada, die 16. Welt-AIDS-Konferenz statt. Die Welt-Aids-Konferenz ist die wichtigste internationale Plattform für die öffentliche und unabhängige Diskussion wissenschaftlicher und politischer Entwicklungen im Kampf gegen HIV/AIDS. Etwa 20.000 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Praxis und Politik sowie Menschen, die mit HIV/Aids leben, nehmen an der Konferenz teil.

Das diesjährige Thema der Konferenz ist "Time to Deliver". Es macht deutlich, dass zwar wissenschaftliche Erkenntnisse und wirksame Maßnahmen zur Verfügung stehen, um neue Infektionen zu verhindern und das Leben mit HIV zu verlängern. Die wichtigste Herausforderung besteht aber heute darin, die Möglichkeiten der HIV-Prävention und -behandlung allen Menschen zugänglich zu machen und die dafür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen.

Weltweit verläuft die HIV-Epidemie weitgehend ungebremst und mit erschreckender Dynamik. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind derzeit insgesamt etwa 42 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Besonders betroffen sind nach wie vor die Menschen in Subsahara-Afrika sowie vermehrt die osteuropäische und die südostasiatische Bevölkerung. Im Vergleich dazu liegen die Infektionsraten in Europa auf einem immer noch relativ niedrigen Niveau. Aber auch hier steigt die Zahl der HIV-Neuinfektionen - auch in Deutschland - in den letzten Jahren an. Im Jahr 2005 gab es in Deutschland - wie die Zahlen des Robert Koch-Instituts zeigen - 2500 Neuinfektionen. Dies bedeutet 33 HIV-Infektionen pro 1 Mio Einwohner in Deutschland. In der Schweiz waren es 108 und in Großbritannien 122 Neudiagnosen pro 1 Mio Einwohner. Diese Zahlen belegen den Erfolg der langjährigen und intensiven HIV-Prävention in Deutschland. Trotzdem ist der Anstieg der Infektionszahlen eine sehr ernste Warnung, mit den Präventionsbemühungen auf keinen Fall nachzulassen, sondern die Anstrengungen zu verstärken.

Nach der neuen Repräsentativerhebung "Aids im öffentlichen Bewusstsein 2005" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist bei der sexuell aktiven Bevölkerung nach einer Phase nachlassenden Schutzes wieder ein Anstieg der Kondomnutzung zu beobachten. So ist der Anteil derer, die angeben, zu Beginn neuer Sexualkontakte Kondome zu benutzen, von 70 Prozent im Jahr 2004 auf 75 Prozent im Jahr 2005 gestiegen. Auch die Kondomabsatzzahlen steigen nach einem Rückgang wieder an. Von 2001 auf 2003 gingen die Kondomabsatzzahlen auf 189 Millionen zurück. Im Jahr 2004 begann der Kondomabsatz wieder zu steigen und liegt im Jahr 2005 nun bei 200 Millionen. Die Studie zeigt weiter, dass für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung zwar die Norm gilt, in neuen sexuellen Beziehungen Kondome zu verwenden. Die tatsächliche Nutzung erweist sich aber manchmal als schwierig. Aus Angst, durch das Ansprechen des Kondoms die neu entstehende Beziehung zu gefährden oder unter Alkoholeinfluss sehen 70 Prozent der Befragten (78% Frauen/65% Männer) mit neuen Sexualkontakten im letzten Jahr Schwierigkeiten, Kondome tatsächlich zu benutzen.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass kontinuierliche Aufklärung und ständige Motivation der Bevölkerung, sich in Risikosituationen auch tatsächlich durch Kondome zu schützen, von größter Bedeutung ist. Einen wesentlichen Beitrag hierzu liefert die langfristig angelegte Präventionskampagne "Gib Aids keine Chance". Sie wird seit 1987 von der BZgA im Auftrag der Bundesregierung durchgeführt.

Ihre langjährigen Erfahrungen mit dem erfolgreichen Modell der nationalen Aids-Präventionskampagne in Deutschland stellt die BZgA in Toronto vor. Ausschlaggebend für den Erfolg ist vor allem die enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und Selbsthilfeorganisationen.

Ebenso wichtig ist eine ständige Weiterentwicklung und Anpassung der Kampagne an sich ändernde Rahmenbedingungen. Ziel der Präsentation in Toronto ist es nicht nur, diese Erfahrungen zur Verfügung zu stellen, sondern auch ihre Übertragung in andere Länder zu unterstützen.

Der Endbericht der Studie "Aids im öffentlichen Bewusstsein 2005" der BZgA steht im Internet unter www.bzga.de/?id=Seite1417

------- Weitere Mitteilung zum Thema Aids und HIV -------

 

Schnappauf: AIDS nach wie vor tödliche Krankheit

+++ Die Rate der HIV- Neuinfektionen steigt derzeit in Bayern an. Dies betonte Gesundheitsminister Werner Schnappauf heute in München anlässlich des 25. Jahrestags der Erstbeschreibung von AIDS. Schnappauf: "AIDS ist nach wie vor eine tödliche Krankheit, die nicht in Vergessenheit geraten darf, sonst erhält das HI-Virus neue Chancen". Für das Jahr 2005 wurden insgesamt 361 neue HIV-Infektionen in Bayern gemeldet. Dies ist eine Steigerung um rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei sind Männer mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten die größte Betroffenengruppe. Aber auch bei Heterosexuellen hat die Zahl der neu festgestellten HIV-Infektionen leicht zugenommen. In Bayern leben rund 6.800 Menschen mit dem HI-Virus. Seit den 80-er Jahren sind bayernweit rund 4.300 Menschen an AIDS erkrankt; 3.600 bereits verstorben. "AIDS ist und bleibt eine lebensgefährliche Krankheit, die nicht nur Randgruppen betrifft", so Schnappauf. +++

Bei HIV gibt es nach den Worten Schnappaufs weder Heilung noch Impfschutz. Aufklärung und Prävention blieben die besten Waffen im Kampf gegen AIDS, so der Minister. Deshalb werde Bayern in den Präventionsmaßnahmen nicht nachlassen. Neben den 71 staatlichen und den fünf städtischen Gesundheitsämtern sind elf psychosoziale AIDS-Beratungsstellen in der AIDS-Prävention tätig. Daneben fördert das Gesundheitsministerium regionale Präventionsprojekte. Die bayerischen Gesundheitsämter und AIDS-Beratungsstellen leisten nach den Worten Schnappaufs hochqualifizierte Arbeit. "Trotz der schwierigen Haushaltslage ist es für uns selbstverständlich, die bewährten Hilfs- und Präventionsangebote im Kampf gegen AIDS strukturell zu erhalten", so der Minister. Derzeit werden in Bayern jährlich mehr als 4 Millionen Euro für die AIDS-Prävention und für die Unterstützung Betroffener aufgewendet.

Hinweis:

Am 5. Juni 1981 berichtete die US-Gesundheitsbehörde erstmals offiziell über damals neuartige Krankheitsfälle. Fünfundzwanzig Jahre später weist das HI-Virus eine traurige Bilanz auf: Weltweit sind derzeit rund 39 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Besonders auch in Osteuropa steigen die Zahlen. Für 2005 wurden 4,1 Millionen neue Infektionen und 2,8 Millionen Todesfälle durch die Immunschwäche verzeichnet, die meisten davon im südlichen Afrika.

Quelle und weitere Informationen: www.stmugv.bayern.de


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Übersicht Aids und HIV

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» AIDS - Bekämpfungsstrategien
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