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Sensationsfund - 2500 Jahre alte Skythenmumie


Skythenmumie aus mongolischem Eiskurgan geborgen

Sensationsfund: 2500 Jahre alte Skythenmumie aus mongolischem Eiskurgan geborgen. Grabkammer eines Kriegers enthält prächtigen Pelzmantel und vergoldeten Kopfschmuck.

01.08.2006 - Einem internationalen Team um den DAI-Präsidenten Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger gelang Ende Juli 2006 im Permafrostboden des mongolischen Altai ein Sensationsfund.

In einer unzugänglichen Gebirgsregion in 2600 Meter Höhe im Dreiländereck Mongolei, China und Rußland entdeckten die Wissenschaftler einen intakten Eiskurgan (Grabhügel). In dessen Grabkammer war ein skythenzeitlicher Reiterkrieger bestattet. Das Grab konnte geöffnet und die bis auf das Gesicht teilweise noch sehr gut erhaltene Mumie des Kriegers unbeschadet geborgen werden. Der Fund stammt aus dem 4./3. Jahrhundert vor Christus und kann der skythenzeitlichen Pazyryk-Kultur im Altai zugeordnet werden. Etwa 2500 Jahre hatte der Verstorbene im ewigen Eis überstanden und ist auf diese Weise vorzüglich konserviert worden. Er trug noch einen prächtigen Pelzmantel und einen kunstvoll verzierten und vergoldeten Kopfschmuck.

Das Team der Skythenforscher, zu denen auch Prof. Molodin, Vize-Präsident der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften in Novosibirsk, und Prof. Ceveendorz, Direktor des Instituts für Archäologie der Mongolischen Akademie der Wissenschaften in Ulan Baator gehören, vergleichen den Fund mit früheren spektakulären Entdeckungen in Eiskurganen der Altai-Region.

Nach ihrer Bergung werden die Fundstücke nach Ulan Baator gebracht und dort konserviert und restauriert. Das ZDF plant, in seiner Reihe "Schliemanns Erben" in allen Einzelheiten über den Sensationsfund zu berichten. Ein "Schliemanns Erben"-Team war während der Ausgrabungen anwesend.

DAI-Präsident Parzinger wird ausführlich über die Entdeckung der Skythenmumie aus dem mongolischen Eiskurgan auf der Pressekonferenz am 24. August 2006 im Auswärtigen Amt berichten.

Weitere Informationen: Deutsches Archäologisches Institut - www.dainst.org

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Anmerkung: Eine kleine Anmerkung zum Begriff Skythenmumie. Skythen ist eine Sammelbezeichnung für im Altertum am Schwarzen Meer lebende Völkerschaften, sowie für Völker, die an der Donau, am Don und am Dnepr angesiedelt waren. Die Skythen galten auf der einen Seite im Altertum als gefürchtetes Reitervolk, trieben auf der anderen Seite Handel mit griechischen Handelskolonien. Überliefert ist weiterhin, dass die einzelnen Stämme von Herodot beschrieben wurden.

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Wie Computer das Leben ergründen

Ministerium stärkt Systembiologie mit weiteren 45 Millionen Euro Förderung

31.07.2006 - Computermodelle können helfen, die dem Leben zugrunde liegenden Prozesse besser zu verstehen. Dies jedenfalls ist Ziel der Systembiologie. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat nun vier Wissenschaftlergruppen ausgewählt, die in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 45 Millionen Euro an Fragestellungen der Systembiologie arbeiten. Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Forschungsrichtung sind vielseitig: Sie reichen vom gezielten Pflanzendesign über die Optimierung von Produktionsprozessen bis hin zur Entwicklung von maßgeschneiderten Medikamenten.

Die Systembiologie ist als Querschnittstechnologie entscheidend für die Innovationsfähigkeit verschiedener Branchen. Die interdisziplinäre Forschungsrichtung verknüpft Daten und Methoden aus Biologie, Medizin, Mathematik, Physik, Systemtechnik, Informatik und den Ingenieurwissenschaften. Das BMBF treibt die Technologie mit dem Wettbewerb FORSYS (Forschungseinheiten der Systembiologie) in Deutschland konsequent voran. Nachdem ein internationales Expertengremium die Bewerbungen begutachtet hat, stehen jetzt die erfolgreichen Teams fest: Von der Förderung profitieren werden interdisziplinäre Forschungseinheiten an der Universität Freiburg, der Universität Heidelberg, der Universität Magdeburg (in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für die Dynamik komplexer technischer Systeme) und am Max-Planck-Institut für Pflanzenphysiologie in Potsdam.

Die vier Teams sollen vorhandene Forschungscluster in Biologie und Medizin weiter stärken, sich der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Systembiologie widmen und mit Nachwuchsgruppen die Forschung voranbringen. Nach der Förderung sollen sie in die institutionelle Förderung der jeweiligen Trägereinrichtung überführt werden.

Weitere Informationen: www.bmbf.de


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Systembiologie: Die Systembiologie ist ein verhältnismäßig noch junger Zweig der Biologie und der Biowissenschaften. Mit Hilfe der Systembiologie wird versucht, den Aufbau und die Funktion biologischer Organismen in ihrer Gesamtheit zu verstehen. Hierzu gehört Einblick über das Zusammenspiel aller regulatorischen Prozesse in einem Bioorganismus bzw. Biosystem zu erhalten.

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Weitere Themen: 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57

Sie haben einige Fragen zum Thema "Skythenmumie" oder Sie möchten wissen, was bedeutet das Wort Eiskurgan, was sind Mumien oder was versteht man unter Grundlagenforschung? Einige Antworten auf häufig gestellte Fragen aus dem großen Bereich Wissenschaft und Forschung finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar, welches stetig erweitert wird.