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Mehr Lebensraum für den Turmfalken durch Kirchturmaktion


Vogel des Jahres "Der Turmfalke" auf Wohnungssuche

NABU-Aktion "Lebensraum Kirchturm" / Bundesweite Bestandserfassung

14.03.2007 - Der NABU will mit einer Kirchturmaktion mehr Lebensraum für den Turmfalken schaffen. Wäre es nicht schön, ein Turmfalkenpärchen in Ihrer Umgebung beobachten zu können? Nach dem Motto "Jeder Kirche ein Turmfalke" möchten wir gemeinsam mit Pfarrämtern und Kirchengemeinden ins Gespräch kommen. Zusammen mit der örtlichen NABU-Gruppe können Nistmöglichkeiten abgeprüft und geeignete Standorte für den Einbau eines Nistkastens ausgewählt werden. Auch für andere Gebäudebewohner, wie die Schleiereule lassen sich neue Nistplätze erschließen. Nicht nur Kirchtürme, sondern auch andere hohe Gebäude, wie Hallen, Lagerhäuser oder Hochhäuser sogar inmitten der Städte eignen sich für die Ansiedlung von Turmfalken.Bild zum Artikel Auch hier gibt es Möglichkeiten, dem Turmfalken zu helfen. Freunde des Turmfalken haben dieses Jahr die Möglichkeit, sich an einer bundesweiten Bestands-erfassung zu beteiligen. Wer daran Interesse hat, kann die Kartieranleitung im Internet unter www.nabu-lsa.de auf der Startseite heruntergeladen werden. Je mehr Vogelfreunde teilnehmen, desto genauere Erkenntnisse werden am Ende vorliegen.

Turmfalke 2007 - Foto: NABU/M. Heng

Früher gehörte der kleine Falke in jedes Dorf und jede Stadt. Als ursprünglicher Felsbrüter scheut er nicht die Nähe des Menschen. Dank der Anpassungsfähigkeit gelang es den Tieren, in alten Krähen- oder Taubennestern, alten Lüftungsrohren, Baumhöhlen, Fenster- und Mauernischen, Scheunen seinen Brutplatz zu finden. Viele Kirchen beherbergten ganz selbstverständlich einen Turmfalken. Durch die Sanierungen und das systematische "taubensicher machen" von Gebäuden sind die Brutplätze rar geworden. Der NABU Sachsen-Anhalt erhielt schon Meldungen von Bruten an unmöglichen Stellen: "Aber ein Blumenkasten auf dem Balkon eines Hochhauses ist einfach zu klein. Die Jungen, meist sind es fünf, purzeln aus dem Nest, sie haben nicht genügend Platz und schubsen sich gegenseitig raus."


Hintergrund

Mit dem Turmfalken ist nach dem Wanderfalken 1971 vom NABU und Landesbund für Vogelschutz wieder ein Falke zum Vogel des Jahres gewählt worden. Der Turmfalke steht sowohl für den Lebensraum Stadt als auch für landwirtschaftlich genutzte Flächen. Er zählt zu den häufigsten Greifvögeln und seine Bestände sind überwiegend stabil, jedoch liegen auch Meldungen vor, wo seit 30 Jahren Bestandsrückgänge zu verzeichnen sind. Der Mangel an Brutmöglichkeiten und Nahrungsengpässe werden für die abnehmenden Zahlen verantwortlich gemacht. In Deutschland leben knapp 50.000 Brutpaare; Sachsen-Anhalt besitzt geschätzte 3.000 bis 4.000 Brutpaare, wobei seine höchste Dichte er innerhalb von Siedlungen erreicht; z. B. in Halberstadt gibt es sogar 22 Brutpaare je 100 qkm. Die Nahrungsgrundlage der Turmfalken, wie Mäuse und Spatzen, gehen durch den Verlust von Brachflächen immer mehr zurück. In schlechten Mäusejahren erbeutet er verstärkt Kleinvögel, Eidechsen, Insekten - auch Regenwürmer verschmäht er nicht. Er ist auch oft an Autobahnen zu sehen: Dort sitzt er auf Begrenzungspfosten oder Verkehrsschildern und sucht von dieser Warte aus die Umgebung nach Beute ab. Sandaufschüttungen an Böschungen sind ein idealer Ort für Mäuse, aber ein sehr gefährlicher für die Falken; allzu häufig bedeutet dieser Jagdplatz ihren Verkehrs-Tod.

Oft sieht man ihn mit breit gefächerten Schwanz in der Luft an einer Stelle "stehen", um nach Beute Ausschau zu halten. An diesem "Rüttelflug" kann man ihn auch auf größerer Entfernung ausmachen.Zwischen Mitte April bis Mitte Mai legt das Weibchen vier bis sechs Eier und brütet ca. 29 Tage lang. Die Jungen werden etwa vier Wochen lang gefüttert und nach dem Verlassen des Nestes versorgen die Eltern sie noch einmal so lange fürsorglich, bevor sie sich dann ein eigenes Revier suchen. Turmfalken können bis zu 16 Jahre alt werden, als Paar bleiben sie in der Regel zusammen und sie sind ganzjährig anzutreffen.

Ein informatives Turmfalken-Paket erhalten sie ab sofort gegen Einsendung von 6 Briefmarken á 55 ct. Die informative Broschüre zum Vogel des Jahres (bunt, DIN A5, 28 Seiten) erhalten Sie gegen Einsendung von 4 x 55 Cent Briefmarken: NABU Sachsen-Anhalt; Schleinufer 18a in 39104 Magdeburg. Bei Abholung entfällt natürlich das Porto.

Quelle: sachsen-anhalt.nabu.de


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Sie haben eine Frage zum Thema "Mehr Lebensraum für den Turmfalken durch Kirchturmaktion"? Sie würden gern mehr über geeignete Standorte für den Einbau von Nistkästen zur Ansiedlung von Turmfalken erfahren? Über einige Themen können wir auch nur berichten, doch einige Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar und einige weiterführende Erläuterungen unter Brennpunkte I und II. An der Erweiterung dieser Stichpunkte und Rubriken arbeiten wir.