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Jeder zweite Baum landet in der Papierproduktion


Die Nase voll von Tempo & Co

ROBIN WOOD rät zu Taschentüchern aus Recyclingpapier

08.02.2007 - Der Durchschnittsbürger tut es mindestens einmal am Tag. Er greift zum Papiertaschentuch - um sich die triefende Nase zu schnäuzen, Brille oder Autofenster zu putzen, Kindertränen zu trocknen oder Kaffeekleckser wegzuwischen. Kaum jemand denkt daran, dass dafür Wälder vernichtet und das Klima belastet wird. Es ginge problemlos auch umweltfreundlicher - durch sparsamen Umgang mit diesem Wegwerfprodukt und den Einsatz von Recyclingpapier.
Jährlich mehrere Milliarden Päckchen mit je zehn Taschentüchern kaufen die Kunden hierzulande. Der ganz überwiegende Teil ist aus frischem Zellstoff hergestellt, für den Bäume gefällt werden müssen. Verarbeitet zu Taschentüchern wird dieser wertvolle Rohstoff -- einmal genutzt und weggeworfen -- dem Kreislauf entzogen.

Die Auswirkungen für die Umwelt sind erheblich. Wälder werden in großem Maßstab vernichtet, nur um aus dem Holz Papier herzustellen. Inzwischen landet fast jeder zweite, von der Holzindustrie irgendwo auf der Welt eingeschlagene Baum in der Papierproduktion. Auch die Herstellung des Frischfaserpapiers belastet die Umwelt unnötig stark. So wird dabei - laut einer Öko-Bilanz des Umweltbundesamtes - doppelt soviel Energie verbraucht wie bei der Produktion von Recyclingpapier. Entsprechend mehr klimaschädliche Treibhausgase entstehen.

Mit Faseruntersuchungen hat ROBIN WOOD zudem nachgewiesen, dass Hygiene-Papier-Produkte bis zu 60 Prozent aus Eukalyptus-Zellstoff bestehen, denn Eukalyptusfasern machen die Produkte besonders flauschig. Am Beispiel "Tempo" kann man die Folgen erkennen. Der international agierende Konzern Procter&Gamble kauft den Zellstoff für seine Tempo-Taschentücher in Brasilien. Wo es früher eine vielfältig genutzte Landschaft gab und auch atlantischer Küstenregenwald wuchs, erstrecken sich jetzt Eukalyptus-Monokulturen bis zum Horizont. Der ansässige Zellstoff-Konzern Aracruz hat die indianische Urbevölkerung von ihrem Land verdrängt und schreckt auch vor Gewalt nicht zurück. Anwohner klagen darüber, dass Flüsse und Brunnen austrocknen, seitdem es die Eukalyptus-Pflanzen in ihrer Nachbarschaft gibt.

Diese Produktion auf Kosten von Menschen und Umwelt müssen Konsumenten nicht unterstützen. "Lassen Sie Tempo & Co einfach in den Regalen liegen", rät Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent bei ROBIN WOOD. Eine Alternative sind Taschentücher aus Recyclingpapier mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel". Die haben allerdings viele Supermärkte nicht mehr im Angebot. Kürzlich hat auch noch der Papier- und Holzkonzern SCA (Zewa) die Produktion seiner Recyclingpapier-Taschentuchmarke "Danke" eingestellt. Taschentücher mit dem "Blauen Engel" findet man aber in vielen Bioläden und bei Öko-Versendern. Eine Alternative können auch Stoff-Taschentücher sein. Bei vielen Gelegenheiten - Brille putzen etc. - tut es auch ein einfacher Lappen.

Quelle im Internet und weitere Informationen unter: www.robinwood.de

------- Eine etwas ältere Mitteilung zum Thema Recyclingpapier 2006 -------
 

Expedition Amazonien

Ausstellung in der Glassbox am Uni-Eingang über die letzten Urwälder der Erde

23.11.2006 - Alle 2 Sekunden wird ein Urwald von der Fläche eines Fußballfeldes abgeholzt. Jeder 5. Baum wird für die Herstellung von Papier gefällt. Durchschnittlich verbraucht der deutsche Bürger 235kg Papier im Jahr. Die fortschreitende Zerstörung natürlicher Lebensräume in allen Teilen der Welt, forciert nicht nur den Schwund der biologischen Artenvielfalt, sondern auch massiv den aktuell viel diskutierten Klimawandel. Auch kleine alltägliche Entscheidungen, wie der Einkauf von Frischfaserpapier, tragen dazu negativ bei. Mitglieder der Universität Erfurt haben deshalb vor nunmehr drei Jahren begonnen auf umweltverträgliches Recyclingpapier umzusteigen. Die Verwaltung, die Bibliothek und ganze Abteilungen, wie das Sprachenzentrum, haben gute Erfahrungen mit der Verwendung von Recyclingpapier gemacht. Es war das Engagement vieler Einzelner, die diesen Prozess erst in Gang gebracht und vorangetrieben hat.

Gemeinsam mit der Erfurter Greenpeace Gruppe gestaltet die "AG Nachhaltigkeit" vom 24. bis zum 30. November 2006 in der "Glassbox" am Uni-Eingang eine Ausstellung über die letzten Urwälder dieser Erde. "Innerhalb dieser Ausstellung werden Zitate von Mitgliedern der Universität gezeigt, die mit ihrem Einsatz bewiesen haben, dass Umdenken nichts kostet, außer Mut über den eigenen Schatten zu springen", so die Initiatoren, die zur Ausstellungseröffnung am 24.11. um 20 Uhr in der "Glassbox" einladen. Bei Glühwein und Bionade kann man sich die Ausstellung anschauen, mit den Veranstaltern ins Gespräch kommen und der Uni-Band "Freitags Frei" lauschen. Abschließender Höhepunkt der Ausstellung wird die Multimediaschau "Expedition Amazonien" des Greenpeace Naturfotografen Markus Mauthe am Donnerstag, dem 30.11 um 20 Uhr im Audimax der Universität in der Nordhäuser Straße 63 sein. Eindrucksvolle Bilder auf einer Großbildleinwand in moderner Digitaltechnik und spannende Geschichten von seinen Erlebnissen erwarten die Besucher. Parallel zur Multimediaschau gibt es einen Verkaufsstand für ökologische Schreibwaren der "AG Nachhaltigkeit". Zu beiden Veranstaltungen ist der Eintritt frei.

Quelle im Internet und weitere Informationen unter: www.uni-erfurt.de


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Weitere Themen: 400, 01, 02, 03, 04, 05, 06, 07

Sie haben eine Frage zum Thema "Jeder zweite Baum landet in der Papierproduktion"? Sie würden gern mehr über den Holzeinschlag und Waldvernichtung für die Papierproduktion erfahren? Über einige Themen können wir auch nur berichten, doch einige Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar und einige weiterführende Erläuterungen unter Brennpunkte I und II. An der Erweiterung dieser Stichpunkte und Rubriken arbeiten wir.