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IPCC Weltklimareport zeichnet dramatisches Szenario


Weltklimaforscher zeichnen dramatisches Szenario

IPCC-Bericht erfordert entschlossenes Handeln

Berlin, 01.02.2007 - Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutsch­land (BUND) sind die bisher bekannt gewordenen Fakten aus dem 4. Uno-Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Chance (IPCC) ein unüberhörbarer Weckruf an die Welt. Die Vorhersage des IPCC, das globale Klima werde sich bis Ende dieses Jahrhunderts um 4,5 Grad oder mehr erwärmen, sei dramatisch, da lediglich eine Erwärmung von maximal zwei Grad als noch beherrschbar gelte. Erschreckend seien auch die Prognosen über das Abschmelzen der Gletscher in den Alpen, der Arktis und auf Grönland. Der mögliche Anstieg des Meeresspiegels von einem halben Meter und mehr wäre eine ernste Bedrohung für küstennahe Regionen und Städte. Auch auf Deutschland würden immense Kosten für die Flutvorsorge zukommen.

Die Umweltorganisation fordert von der Weltgemein­schaft schnelles und entschlossenes Handeln zur Abwehr der Klimakatastrophe. Die Europäische Union müsse dabei eine Führungsrolle übernehmen und sich das verbindliche Ziel setzen, ihre Klimagasemissionen bis 2020 um 30 Prozent zu senken. Für Deutschland bedeute dies die Reduzierung um 40 Prozent im Vergleich zu 1990. Um die dramatischen Szenarien des Klimawandels aufzuhalten, müssten außerdem die USA und Schwellenländer wie China und Indien ins Boot geholt werden.

"Nach diesem Bericht wird niemand mehr die Klimaerwärmung und den Anteil des Menschen daran leugnen können", sagte Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND. "Die Konzentration der Klimagase in der Atmosphäre ist seit Beginn der Industrialisierung um ein Drittel angestiegen. Seit rund einer Million Jahre war sie nicht so hoch wie heute. Es ist der Mensch, der dem Klima einheizt und nur wir Menschen haben es in der Hand, dies auch zu ändern."

In Deutschland müssten die großen Energieunternehmen endlich die Blockierung einer aktiven Klimaschutzpolitik einstellen. Dies bedeute den Verzicht auf den Bau neuer klimaschädlicher Kohlekraftwerke und die Öffnung der Stromnetze für alternative Anbieter. Die Elektroindustrie müsse sparsamere Geräte herstellen und die Automobilkonzerne Sprit fressende Fahrzeuge vom Markt nehmen.

Zahrnt: "Auf Sylt sollen hunderte Millionen Euro teure Sandaufschwemmungen die Insel retten, in Bayern arbeiten Strom fressende Schneekanonen auf Hochtouren, um Skipisten zu beschneien und an der Elbe erhöht man die Deiche, damit das nächste Hochwasser nicht wieder Dörfer und Städte überflutet. Das alles sind vergebliche Mühen, wenn die Prognosen der Klimaforscher Wirklichkeit werden. Es gibt nur ein einziges Mittel das hilft: weniger Energieverschwendung und weniger Klimagase."

Quelle im Internet und weitere Informationen unter: www.bund.net

------- Mehr zum Thema Weltklimareport 2007 -------
 

Klimawandel ist von Menschen gemacht

Kommentar zum Weltklimareport

Hamburg, 2. Februar 2007 - Den heute in Paris veröffentlichten Weltklimareport der Vereinten Nationen kommentiert Greenpeace-Klimaexpertin Dr. Gabriela von Goerne:

"Nun gibt es keine Ausreden mehr. Die Faktenlage ist erdrückend. Besorgniserregend ist vor allem das steigende Tempo der Klimaveränderungen, speziell in den vergangenen zehn Jahren. Der Klimawandel ist von Menschen gemacht und es liegt in unserer Hand, das Ruder herum zu reißen. Noch ist es nicht zu spät zum Handeln. Greenpeace erwartet von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Einhaltung der vollmundigen Versprechen und ihren vollen Einsatz für mehr Klimaschutz. Deutschland muss seine Vorreiterrolle wahr nehmen und sich ohne weitere Bedingungen zur Senkung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 verpflichten Es mangelt nicht an wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Bedrohung des Klimawandels, es fehlen weder klimafreundliche Technik noch innovative Ideen zur Vermeidung von Treibhausgasen. Es fehlt lediglich der politische Wille."

Greenpeace und der Dachverband der Europäischen Erneuerbaren Energien-Industrie (Erec) haben im Januar 2007 einen globalen "Masterplan" zur Abwendung des drohenden Klimawandels veröffentlicht. Die Machbarkeitsstudie "Energie (R)evolution" zeigt, dass durch Energiesparmaßnahmen sowie die verstärkte Nutzung von Wind-, Wasser- und Sonnenkraft der Anstieg von Treibhausgasen bis 2050 halbiert werden kann. Dadurch bliebe die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius.

Sie finden die Studie im Internet: www.greenpeace.de/masterplan


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Weitere Themen: 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94

Sie haben eine Frage zum Thema "IPCC Weltklimareport zeichnet dramatisches Szenario"? Sie würden gern mehr über die Ursachen des Klimawandels und die daraus resultierenden Szenarien erfahren? Über einige Themen können wir auch nur berichten, doch einige Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar und einige weiterführende Erläuterungen unter Brennpunkte I und II. An der Erweiterung dieser Stichpunkte und Rubriken arbeiten wir.