Terra Human - Magazin und Portal
Home
Umwelt & Natur
Kunst & Kultur
Soziales
Wissenschaft
Photographie
Navigation
Impressum

Verbraucher wollen mehrheitlich kein Gen-Food


Eine Million Europäer gegen heimliches Gen-Food

Greenpeace präsentiert Horst Seehofer Unterschriften für Kennzeichnung

Berlin, 31.01.2007 - Greenpeace präsentiert heute im Landwirtschafts- und Verbraucherministerium die Forderungen von 400.000 deutschen Verbrauchern, die sich im Rahmen einer europaweiten Unterschriftensammlung gegen Gen-Food einsetzen. Insgesamt hat die Umweltorganisation in ganz Europa eine Million Unterschriften gesammelt. Tierische Produkte wie Milch, Eier oder Fleisch unterliegen bisher nicht der Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Produkte. Auf den Lebensmitteln fehlen Informationen, ob die Tiere mit genmanipulierten Pflanzen gefüttert wurden. Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) unterstützt die umfassendere Kennzeichnungspflicht. Am 5. Februar übergibt Greenpeace die Unterschriften europäischer Verbraucher in Brüssel dem EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Markos Kyprianou.

"Verbraucher wollen kein Gen-Food", sagt Greenpeace-Verbraucherexpertin Corinna Hölzel. "Minister Seehofer muss sich jetzt auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass die Lücke in der Kennzeichnungverordnung geschlossen wird."

Nach der EU-Kennzeichnungsverordnung von April 2004 müssen lediglich Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen in Lebensmitteln gekennzeichnet werden. Aus den Supermärkten sind diese Lebensmittel bereits verschwunden. Dennoch werden Gen-Pflanzen zur Produktion von Lebensmitteln eingesetzt: Jedes Jahr werden um die 20 Millionen Tonnen gentechnisch verändertes Soja als Tierfutter nach Europa importiert. Gen-Mais wird auch in Deutschland als Tierfutter angebaut. Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) von Dezember 2006 fordern 89 Prozent der deutschen Verbraucher eine Kennzeichnungspflicht auch für Produkte, an denen keine direkten gentechnischen Veränderungen vorgenommen wurden.

"Ohne Kennzeichnung gleicht im Supermarkt ein Ei dem anderen. Auch wer sich gegen Gen-Food entschieden hat, wird gezwungen, den weltweiten Anbau von Gen-Pflanzen durch seinen Einkauf von ungekennzeichneten Milch- oder Fleischprodukten zu fördern", sagt Corinna Hölzel. "Die umfassende Kennzeichnung ist eine wichtige Voraussetzung für Verbraucher, sich am Markt verantwortungsvoll zu entscheiden."

Greenpeace hat eine Million Unterschriften gesammelt, da mit dem Entwurf der EU-Verfassung vom Oktober 2004 die Beteiligung der europäischen Bürger in der Gesetzgebung gestärkt werden sollte. In Artikel 47 heißt es zu "partizipen Demokratie": "Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, deren Anzahl mindestens eine Million betragen (...) muss, können die Initiative ergreifen und die Kommission auffordern, im Rahmen ihrer Befugnisse geeignete Vorschläge zu Themen zu unterbreiten, zu denen es nach Ansicht jener Bürgerinnen und Bürger eines Rechtsakts der Union bedarf, um die Verfassung umzusetzen." Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich während der deutschen EU-Präsidentschaft wieder für die Ratifizierung der EU-Verfassung einsetzen.

Quelle im Internet und weitere Informationen unter: www.greenpeace.de

------- Mehr zum Thema Genfood und Gentechnik 2007 -------
 

Naturland: Bio muss auch auf heimischen Feldern boomen

Gentechnikpläne der Kanzlerin gefährden Wachstumsbranche Bio

Gräfelfing, 25.01.2007 - Anlässlich des morgigen Tages des Ökologischen Landbaus auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin fordert Naturland die Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die Wachstumsbranche Bio nicht weiter mit ihren Plänen zur Agro-Gentechnik zu gefährden und stattdessen das Potential des Bio-Marktes für Deutschland nutzen. "Die Verbraucher räumen die Bio-Theken leer, aber Angela Merkel will ihnen Gen-Food servieren. Wer sich zum Erfüllungsgehilfen der Gentechnikindustrie macht, der gefährdet den Bio-Boom erheblich und riskiert tausende neuer Arbeitsplätze im Bio-Sektor" kritisiert Hans Hohenester, Präsidiumsvorsitzender von Naturland die Pläne der Bundeskanzlerin. Angela Merkel hatte bei der Eröffnung der Grünen Woche am 18. Januar für die Agro-Gentechnik geworben und gesagt, dass man sich gewissen Entwicklungen nicht verschließen dürfe.

Gentechnikfreiheit - der Wachstumsbeschleuniger der Bio-Branche Über 70 Prozent der Verbraucher in Deutschland lehnt Gen-Food entschieden ab. Für viele ein Grund (mehr) zu Bio-Produkten zu greifen. Die Gentechnikfreiheit der Bio-Lebensmittel ist ein wichtiger Wachstumsbeschleuniger der Bio-Branche. Wer sie gefährdet nimmt bewusst in Kauf, dass die Bio-Produktion ins Ausland verlagert wird. Schon letztes Jahr sorgte Dr. Claus Hipp, der weltweit größte Verarbeiter ökologischer Rohstoffe, für Aufregung, als er ankündigte auf ausländische Produkte auszuweichen, wenn das Gentechnikgesetz nicht mehr sicherstellt, dass die deutschen Bauern weiterhin gentechnikfreie Rohstoffe zu angemessenen Preisen anbieten können.

Naturland fordert von den politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern die Rahmenbedingungen zu schaffen, die dafür sorgen, dass mehr konventionelle Bauern auf ökologischen Landbau umstellen und Bio auch auf heimischen Feldern boomt. Die Öko-Anbaufläche hält mit dem Wachstum der Branche nicht Schritt, weil die politischen Signale nicht eindeutig sind, bestätigen Agrarmarketing-Spezialisten wie Professor Ulrich Hamm von der Universität Kassel. Die Verbraucher werden dadurch um die Ökologisierung der heimischen Landwirtschaft betrogen.

Naturland fördert den Ökologischen Landbau weltweit und ist mit über 46.000 Bauern einer der größten ökologischen Anbauverbände. Als zukunftsorientierter Verband gehören für Naturland Öko-Kompetenz und soziale Verantwortung zusammen.

Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V.

Quelle im Internet und weitere Informationen unter: www.naturland.de


--------------------------------------------------------

Weitere Themen: 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92

Sie haben eine Frage zum Thema "Eine Million europäische Verbraucher gegen heimliches Gen-Food"? Sie würden gern mehr über Bio Landwirtschaft und Ökologischen Landbau erfahren? Über einige Themen können wir auch nur berichten, doch einige Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar und einige weiterführende Erläuterungen unter Brennpunkte I und II. An der Erweiterung dieser Stichpunkte und Rubriken arbeiten wir.