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Käfighaltung von Legehennen ist nicht artgerecht


Hühner haben nur den Platz eines Aktendeckels

Käfighaltung von Legehennen

28.12.06 - Die Mehrheit der Bundesländer hatte durchgesetzt, dass die Käfighaltung von Legehennen in "ausgestalteten Käfigen" erlaubt bleibt. Bundeslandwirtschafts- minister Horst Seehofer hat die neue Verordnung im Sommer 2006 in Kraft gesetzt. Die Betreiber von "herkömmlichen Käfiganlagen" dürfen ihre Anlagen laut Verordnung zwar noch bis 2009 weiter betreiben: Voraussetzung aber ist, dass sie bis zum 15.12.2006 ein verbindliches Konzept eingereicht haben, auf welches Haltungssystem umgestellt wird. Die Käfigbetreiber, die keine fristgerechte Erklärung vorgelegt haben, müssen ihre Anlagen zum 31.12.2006 schließen. Auch wenn formal die Landesminister für die Betriebsstilllegungen zuständig sind, nimmt der Deutsche Tierschutzbund den Bundeslandwirtschaftsminister mit in die Pflicht. Zudem erinnert Europas größte Tier- und Naturschutzorganisation den Bundesminister an die Zusage, mindestens 50% der deutschen Legehennen in artgerechten Haltungssystemen unterzubringen.

"Die Länder sind formal zuständig, die Käfigqual ist aber länderübergreifend. Wir sehen den Bundesminister deshalb ebenso in der Pflicht aktiv zu werden, wie die Landesminister. Das mögliche Hin- und Hergeschiebe der föderalen Zuständigkeit ist kein Argument und darf nicht dazu führen, dass Termine noch verschoben werden. Es darf für keinen Eierbaron eine Ausnahme geben. Wir erwarten, dass die Fakten sofort und nachvollziehbar öffentlich gemacht werden", betont Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Der Deutsche Tierschutzbund lehnt die Käfighaltung von Legehennen generell ab. Das gilt für den konventionellen Käfig ebenso wie für den vom Bundesrat unter Protesten der Tierschützer zugelassenen "ausgestalteten Käfig". Denn in dem oft auch irreführend als "Kleinvoliere" oder "Kleingruppenhaltung" betitelten Käfig haben Hühner nur den Platz eines Aktendeckels. Seriöse Wissenschaftler bestätigen, dass auf diesem Lebensraum kein ausreichender Platz für artgerechtes Scharren, Picken, oder Sandbaden ist. Das neue Käfigsystem verstößt zudem gegen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1999. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz hat gegen die Legehennenverordnung bereits Normenkontrollklage angekündigt und wird dabei vom Deutschen Tierschutzbund unterstützt.

Im Rahmen der Beratungen im Bundesrat hat Bundesminister Horst Seehofer zudem öffentlich erklärt, ab 2009 mindestens 50% der deutschen Legehennen in artgerechten Haltungen wie Boden- und Freiland unterzubringen. An diese Zusage erinnert Apel: "Unser Ziel bleiben 100%. Was wir aber jetzt erwarten ist, dass der Bundesminister einen Zwischenbericht gibt, wie weit die Verhandlungen mit der Eierindustrie und den Ländern vorangeschritten sind."

Quelle im Internet und weitere Informationen unter: www.tierschutzbund.de

------- Mehr zum Thema Legehennen-Verordnung 2007 -------
 

Normenkontrollklage Legehennen-Verordnung:

Rheinland-Pfalz lädt Tierschützer zu Spitzengespräch

31.12.2007 - Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad hat Vertreter führender Tierschutz-Organisationen zu einem Dialog hinsichtlich Normenkontrollklage gegen die Legehennen-Verordnung eingeladen. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte begrüßt dieses Spitzengespräch am 12. Februar und sieht dadurch eine neue Qualität des Umgangs mit den führenden Tierschutz- und Tierrechtsverbänden.

"Die Einladung von Ministerin Conrad zeigt uns, dass sie nicht nur unsere kompetente Facharbeit schätzt, sondern auch selbst souverän die Klage vorbereitet", so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. "Diese umsichtige Vorgehensweise hebt sich deutlich von der Norm der politischen Praxis ab."

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz bereitet derzeit eine Normenkontrollklage beim Bundesverfassungsgericht gegen die seit August 2006 gültigen Vorschriften zur »Legehennen«-Haltung vor. Dies ist die letzte Möglichkeit, um die Verordnung auf ihre Vereinbarkeit mit Tierschutzrecht und dem Staatsziel Tierschutz überprüfen zu lassen.

Für den Bundesverband verstößt sowohl die Hennenhaltung in Batteriekäfigen als auch in den neuen, jetzt zugelassenen Seehofer-Käfigen dreifach gegen geltendes Recht. Erstens verbietet das Staatsziel Tierschutz einen so gravierenden Rückschritt in der Tierhaltung, zweitens fordert der Paragraf 2 des Tierschutzgesetzes eine art- und verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere und drittens missachten die neuen Seehofer-Käfige das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 06.07.1999. Danach muss eine Henne scharren, picken, sandbaden, auf Stangen sitzen und ihre Eier ungestört und geschützt ablegen können. Der Bundesverband hatte eine ausführliche rechtswissenschaftliche Stellungnahme an die rheinland-pfälzische Landesregierung geleitet und gute Gründe für eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht genannt. Doch auch ohne jede juristische Sachkenntnis sagt nach Ansicht des Bundesverbandes bereits der klare Menschenverstand, dass eine Henne auf 800 cm2 Bodenfläche - das entspricht etwa einem DIN A 4-Blatt plus einer Postkarte - niemals ihrer Art gemäß leben kann.

Quelle im Internet und weitere Einzelheiten unter: www.tierrechte.de


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Weitere Themen: 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90

Sie haben eine Frage zum Thema "Käfighaltung von Legehennen"? Sie würden gern mehr über die artgerechte Haltung von Legehennen erfahren? Über einige Themen können wir auch nur berichten, doch einige Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar und einige weiterführende Erläuterungen unter Brennpunkte I und II. An der Erweiterung dieser Stichpunkte und Rubriken arbeiten wir.