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Ausländische Kinder erhalten häufiger Sozialgeld


Bertelsmann Stiftung: Ausländische Kinder in NRW häufig von
Armut bedroht

Aktuelle Daten und Handlungsempfehlungen zur Integration von Zuwanderern für alle Kommunen in NRW online

In Nordrhein-Westfalen erhalten ausländische Kinder häufiger ­Sozialgeld (SGB II) als deutsche Kinder. Das belegt der "Wegweiser Demographie" der Bertels­mann Stiftung. Unter www.wegweiser-demographie.de stellt die Bertelsmann Stiftung erstmals Daten zur Integration von Zuwanderern für jede einzelne Kommune des Landes online zur Verfü­gung. Durchschnittlich bezogen im Jahr 2006 in den untersuchten kreisfreien Städten des Landes 23 Prozent der unter 15-Jährigen Sozialgeld; bei den Ausländern lag das Mittel bei 38 Prozent.

Der höchste Anteil ist in Bielefeld zu finden: Hier lebte fast die Hälfte (47 Prozent) der Ausländer dieser Altersgruppe in Bedarfsgemeinschaften, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) erhielten. In den Kreisen ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die Leistungen nach SGB II empfangen, wesentlich niedriger als in den Städten. Mitte 2006 waren dies durchschnittlich 13 Prozent. Auch hier zählen Ausländer mit 28 Prozent wesentlich häufiger zu den Beziehern.

Darüber hinaus enthält der Wegweiser auch Daten zur Integration der Ausländer in Bildung und Ausbildung sowie zum Arbeitsmarkt. Er zeigt beispielsweise, dass der Anteil von Ausländern, die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen, mit 14 Prozent doppelt so hoch ist wie der allge­meine Prozentsatz. Umgekehrt erlangten rund 26 Prozent der nordrhein-westfälischen Schulab­gänger zum Ende des Schuljahres 2004/2005 die allgemeine Hochschulreife, während nur 10 Pro­zent der ausländischen Schulabgänger diesen Abschluss erreichten. Allerdings schneiden diejeni­gen Zuwandererkinder, die bereits eingebürgert sind, weitaus besser ab.

"Die Daten für NRW zeigen deutlich, dass man bei den Kindern ansetzen muss. Frühkindliche Förderung und Qualifizierung von klein auf bieten die Chance, Potenziale zu entdecken, zu fördern und auch morgen trotz des demographischen Wandels die nötigen Fachkräfte zu haben", sagte Claudia Walther von der Bertelsmann Stiftung. "Jede Kommune hat nun die Möglichkeit, anhand der für sie verfügbaren Daten spezifische Schwerpunkte in diesem Bereich zu setzen. Zudem ist es richtig, Einbürgerungen zu fördern, da bei dieser Gruppe die Integration bisher besser gelingt."

Neben den aktuellen Daten zur Situation von Zuwanderern enthält der "Wegweiser Demographie" zehn Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Integration von ausländischen Mitbürgern in Kommunen.

Das Datenangebot ist in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen entwickelt worden.


Über die Bertelsmann Stiftung:

Die Bertelsmann Stiftung setzt sich für das Gemeinwohl ein. Sie engagiert sich in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Gesundheit sowie Internationale Verständigung und fördert das friedliche Miteinan­der der Kulturen. Durch ihr gesellschaftliches Engagement will sie alle Bürgerinnen und Bürger ermutigen, sich ebenfalls für das Gemeinwohl einzusetzen. Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete, gemeinnützige Einrichtung hält die Mehrheit der Kapitalanteile der Bertelsmann AG. Die Bertelsmann Stiftung arbeitet ope­rativ und ist unabhängig vom Unternehmen sowie parteipolitisch neutral.

Quelle im Internet und weitere Informationen unter: www.bertelsmann-stiftung.de


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