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Winterstürme - Vorgeschmack auf das Klima der Zukunft


Falscher Frühling mit echten Orkanen

WWF: Klimawandel zeigt mit Winterstürmen sein hässliches Gesicht

Berlin, 18.01.2006 - Die aktuellen Winterstürme liefern nach Einschätzung des WWF einen Vorgeschmack auf das Klima der Zukunft. "Wenn wir den Klimawandel nicht in den Griff bekommen, werden die Winter noch ungemütlicher", darauf wies der WWF bereits im vergangenen Jahr in seinem Report "Stormy Europe" hin. Die Temperatur steige in Europa tendenziell an, dadurch werde das Wetter unbeständiger. Es müsse deshalb davon ausgegangen werden, dass sowohl die Zahl als auch die Stärke der europäischen Winterstürme in Zukunft erheblich zunehmen dürfte, wenn es nicht gelinge, den Ausstoß an Treibhausgasen entscheidend zu drosseln.

Dem WWF Report zufolge müssen sich besonders Großbritannien und die Niederlande auf heftige Orkane einstellen. Die Klimamodelle rechnen hier mit einer Zunahme der Winterstürme um bis zu 25 Prozent. Auch Deutschland bleibt von den klimatischen Veränderungen nicht verschont. Die Wahrscheinlichkeit, dass schwere Stürme zuschlagen, steigt vor allem an der Küste um etwa zehn Prozent. Betroffen wären wichtige Häfen wie Hamburg und Bremerhaven und touristische Regionen, etwa die Nordseeinsel Sylt. Besonders gravierend dürfte sich die prognostizierte Zunahme der Windgeschwindigkeiten von bis zu 16 Prozent auswirken "Mit der Windgeschwindigkeit steigt zugleich die Zerstörungskraft der Orkane. Schon ein geringfügiger Anstieg der Spitzengeschwindigkeiten kann zu einer Vervielfachung der Schäden führen", erläutert Matthias Kopp, Klimaexperte beim WWF Deutschland. "Stürme wie "Lothar", der 1999 in Baden-Württemberg eine Spur der Verwüstung hinterließ, liefern einen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet, wenn wir beim Klimaschutz scheitern."

Das WWF Szenario zeigt, was passiert, wenn es nicht gelingt, den Treibhausgasausstoß weltweit entscheidend zu verringern. Es legt einen etwa doppelt so hohen Kohlenstoffgehalt in der Atmosphäre (771ppm) zugrunde wie heute und beruht auf der Annnahme, das weiter so gewirtschaftet wird wie bisher. Dann wäre bis zum Ende des Jahrhunderts mit einem Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur von drei bis vier Grad zu rechnen. "Wir müssen mehr tun, damit dieses Schreckensszenario nicht eintritt", betont Matthias Kopp. Noch bestehe die Chance, die Auswirkungen des Klimawandels durch eine konsequente Politik zu mildern. Mit der Übernahme der EU-Präsidentschaft steht die Bundesregierung hier besonders in der Verantwortung. Die bisherigen Signale, etwa in der gestrigen Antrittsrede von Bundeskanzlerin Merkel, seien nach wie vor der Schwere der Herausforderung nicht angemessen. Ein klares Bekenntnis, den Ausstoß an Treibhausgase in der EU bis 2020 um 30 Prozent zu senken, sei ein überfälliger Impuls, den die internationale Klimapolitik jetzt brauche.

Quelle im Internet und weitere Informationen unter: www.wwf.de

------- Mehr zum Thema Klimawandel und Klimaschutz 2007 -------
 

Die Botschaft des Windes

Klimaschutz muss Aufgabe Nr. 1 werden

18.01.2007 - Angesichts der bereits absehbaren katastrophalen Auswirkungen des Orkans Kyrill, der im Augenblick über Mitteleuropa hinwegfegt, verlangte heute in Berlin der Deutsche Naturschutzring (DNR) von der Bundesregierung, den Klimaschutz zur Aufgabe Nummer 1 zu machen. DNR-Präsident Hubert Weinzierl rief Bundeskanzlerin Angela Merkel als derzeitige EU-Ratspräsidentin auf, "die Botschaft des Windes" ernst zu nehmen.

Angesichts der gewaltigsten Veränderungen seit der Eiszeit forderte der DNR eine Doppelstrategie. Einmal muss der Prozess der Erwärmung zumindest verlangsamt werden, zum anderen ist eine Strategie erforderlich, um die katastrophalen Folgen der Klimaveränderung zu lindern.

Vorrangiges Ziel der deutschen Präsidentschaft von EU und G 8 muss nach Auffassung des DNR die Durchsetzung eines zukunftsweisenden Energiekonzeptes sein. Ein solches Konzept muss für Europa ein CO2-Minderungsziel bis 2020 auf der Basis 1990 von mindestens 30 % enthalten, und zwar ohne Atomstrom. Für Deutschland ist eine CO2-Reduzierung von mindestens 40 % vorzusehen. Entscheidende Voraussetzung hierfür ist die Durchsetzung einer Energieeffizienzstrategie mit dem Ziel, den Energieverbrauch pro Jahr um 3 % zu reduzieren. Bis 2020 könnte auf diese Weise der heutige viel zu hohe Energieverbrauch nahezu halbiert werden. Die restliche Energieversorgung kann dann vorwiegend mit erneuerbaren Energien erfolgen.

Quelle im Internet und weitere Informationen unter: www.dnr.de


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