Terra Human - Magazin und Portal
Home
Umwelt & Natur
Kunst & Kultur
Soziales
Wissenschaft
Photographie
Navigation
Impressum

Künstler aus Schottland und Deutschland


Künstlerhaus Villa Concordia stellt aus:

Werke von Luke Fowler, David Sherry, Elke Zauner, Gerald Zschorsch

In Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Passau

Wieder einmal gelingt eine bayerisch-bayerische Zusammenarbeit zweier Kunst fördernder Institutionen. Der Kunstverein Passau und das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg präsentieren Künstler aus Schottland und Deutschland. Einen Monat lang werden in Passau Arbeiten der Stipendiaten des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia ausgestellt. Die Performancekünstler Luke Fowler und David Sherry zeigen Schrift-Ton-Filminstallationen, von David Sherry werden auch Zeichnungen zu sehen sein. Elke Zauner präsentiert neben großformatigen, abstrakteren Bildern auf Leinwand auch kleine Collagen auf Papier, zumeist mit Tiermotiven. Von Gerald Zschorsch werden Zeichnungen aus den Beständen der Galerie Brusberg, Berlin, zu sehen sein.

Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung der Stipendiaten geht bis zum 11. Februar 2007 und ist Dienstag bis Sonntag von 13 Uhr bis 18 Uhr zu sehen.

Luke Fowler, 1978 in Glasgow geboren - wo er auch heute lebt - studierte von 1996 bis 2000 Bildende Kunst an der Universität Duncan of Jordastone.

Fowler begreift sich nicht nur als Videokünstler, obwohl die meisten seiner Arbeiten Filme sind. Die Charaktere und Themen seiner Werke sind dabei dem alltäglichen Leben entnommen und bewegen sich doch an Grenzbereichen und sprechen gesellschaftliche Tabus an. Sein Film What you see is where you´re at (2001) etwa porträtiert den schottischen Psychiater und Psychoanalytiker R. D. Laing, der in einem Experiment alternative Möglichkeiten der Unterbringung und Behandlung psychisch Kranker untersuchte.

1999 rief Luke Fowler Shaddaz ins Leben, eine Multimedia Plattform für künstlerische Zusammenarbeit, die sich bemüht, Neues u.a. aus den Bereichen Performance und Musik zu fördern. Fowler nahm schon vielfach an Filmfestivals teil und stellte u.a. in Deutschland, Spanien, Frankreich und den USA aus. Er erhielt bereits mehrere Auszeichnungen für sein Werk, u.a. 2005 den renommierten Beck´s Futures Prize. Seit April 2006 ist Luke Fowler Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg.

David Sherry wurde 1974 in Nordirland geboren. Von 1994 bis 1997 studierte er in Belfast an der University of Ulster Bildende Kunst und schloss daran ein Studium an der Glasgow School of Art an, das er 2000 beendete.

Bekannt ist David Sherry durch seine Zeichnungen und vor allem durch seine Performances. Die zentralen Themen seiner Arbeit sind menschliche Beziehungen und gesellschaftliche Konventionen; anlässlich der Nominierung für den renommierten Beck´s Futures Prize 2003 zeigte er etwa das Video Stitching, in dem er sich Holzstückchen an die Fußsohlen näht und währenddessen Instruktionen dazu in die Kamera spricht. Der Performance-Künstler möchte mit seinen Werken "die systematischen Prozesse des alltäglichen Lebens sichtbar machen" (David Sherry). Im Jahr 2004 realisierte Sherry beispielsweise das Projekt "Brushing Teeth" zu einer der alltäglichsten Handlungen, dem Zähneputzen. Er schaltete Anzeigen, in denen er als Job anbot, einen Monat lang allmorgendlich um 9.00 Uhr zu ihm nach Hause zu kommen, um ihm die Zähne zu putzen. Die Prozedur wurde täglich gefilmt und später zu einem Video montiert.

David Sherry stellt international aus, bis jetzt u.a. im Schnittraum Köln, auf der Biennale in Venedig (2003) und in der Tart Contemporary in San Francisco. Neben einem zweimonatigen Aufenthaltsstipendium des Nordic Institute of Contemporary Art in Helsinki erhielt er schon mehrfach Stipendien des Scottish Arts Council (2001, 2003 und 2004). Seit April 2006 ist David Sherry Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg.

Elke Zauner, 1972 in Altötting geboren, absolvierte ab 1991 eine dreijährige Ausbildung zur Kirchenmalerin. Von 1995 bis 2002 studierte sie an der Akademie der Bildenden Künste in München als Meisterschülerin von Professor Hans Baschang.

Die Themen von Elke Zauners Kunst kreisen meist um ihre bayerische Heimat; im Moment sind es bevorzugt Tierdarstellungen, die sie in Ölbildern, Rauminstallationen und Arbeiten mit Montageschaum umsetzt. Elke Zauner präsentierte ihre Arbeiten bereits mehrfach international - so in Ausstellungen u.a. in Island, den Niederlanden, Argentinien und Österreich. Einige Male arbeitete sie mit Gregor Passens zusammen, der 2005/2006 Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia war. Elke Zauner wurde schon mehrfach mit Stipendien ausgezeichnet, u.a. 2001 mit einem Auslandsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes für Island und zwei Jahre später mit einem DAAD-Jahresstipendium für Wien, wo die Künstlerin heute lebt und arbeitet. Seit April 2006 ist Elke Zauner Stipendiatin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg.

Gerald Zschorsch wurde 1951 in Elsterberg/Voigtland (DDR) geboren. Mit 17 Jahren wurde er zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt, weil er gegen den Einmarsch der Warschauer Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei demonstriert hatte. Nach der Haftzeit arbeitete er bis 1972 als Regieassistent und Bühnenarbeiter am Theater in Plauen, bevor er wegen der öffentlichen Rezitation systemkritischer Gedichte und damit "staatsfeindlicher Hetze" erneut eine Gefängnisstrafe erhielt. Schließlich wurde er - nach Zahlungen seitens der Bundesrepublik Deutschland - aus der DDR ausgebürgert.

Gerald Zschorsch kam nach Gießen, wo er von 1975 bis 1980 Literatur und Philosophie bei Odo Marquard studierte. Im Anschluss an dieses Studium erhielt er ein Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo. 1977 veröffentlichte Gerald Zschorsch seinen ersten Gedicht- und Prosaband - Glaubt bloß nicht, daß ich traurig bin, mit einem Vorwort von Rudi Dutschke. Weitere Lyrikbände, zum Teil mit Zeichnungen des Autors, folgten, u.a. Der Duft der anderen Haut (1982), Klappmesser (1983), Gambit (1988), In den Straßen. Gedichte aus Frankfurt (1994) und Eiserner Felix (1996). 2004 erschien unter dem Titel Torhäuser des Glücks eine Gesamtausgabe der Gedichte von Gerald Zschorsch. Die FAZ schrieb dazu: "Eine Werkschau, aufschlussreich und lesenswert", Deutschlandradio Kultur kommentierte: "Mit großer Raffinesse, aber auch einer gewissen Verbissenheit arbeitet er an der Verbindung von Schönheit und Schock". Für sein literarisches Werk wurde der heute in Frankfurt am Main lebende politische Schriftsteller mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Thomas Mann Stipendium der Stadt Lübeck (1989) und einem Stipendium der Peter-Suhrkamp-Stiftung (2004).

Gerald Zschorsch ist nicht nur Lyriker, sondern auch erfolgreicher Bildender Künstler. Seine grafischen Werke werden ausschließlich über die Berliner Galerie Brusberg vertrieben. Von 1993 bis 1995 lehrte Zschorsch als Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Zurzeit ist Gerald Zschorsch Stipendiat im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia


Premiere

12.01.2007 / 19:00 Uhr / St-Anna-Kapelle

Ausstellung

13.01.2007 bis 11.02.2007 / Di bis So von 13 Uhr bis 18 Uhr / St-Anna-Kapelle

Weitere Informationen unter: www.villa-concordia.de
Quelle im Internet: www.kulturkurier.de


--------------------------------------------------------

Weitere Themen: 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18

Sie haben eine Frage zum Thema "Künstler aus Schottland und Deutschland"? Sie würden gern mehr über die Werke von Luke Fowler, David Sherry, Elke Zauner, Gerald Zschorsch erfahren? Über einige Themen können wir auch nur berichten, doch einige Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar und einige weiterführende Erläuterungen unter Brennpunkte I und II. An der Erweiterung dieser Stichpunkte und Rubriken arbeiten wir.