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25. Tierschutz-Forschungspreis für In-vitro-Methoden


Tierschutz-Forschungspreis 2006

25. Tierschutz-Forschungspreis an Wissenschaftler aus Darmstadt überreicht

30. November 2006 - Dr. Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, überreichte heute den 25. Forschungspreis zur Förderung von methodischen Arbeiten mit dem Ziel der Einschränkung und des Ersatzes von Tierversuchen.

"Gerade jetzt, in der Diskussion um die EU-Gesetzgebung für Chemikalien (REACH), sind neue, tierversuchsfreie Methoden essentiell. Wir brauchen diese Methoden, damit dieses ehrgeizige Projekt der Bewertung aller so genannter Altstoffe überhaupt funktionieren kann. Ich freue mich deshalb besonders über Fortschritte auf diesem Gebiet," betonte Gerd Müller in seiner Laudatio auf die Preisträger.

Der Tierschutz-Forschungspreis wird bereits seit 25 Jahren vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ausgelobt. Durch ihn werden wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch ausgezeichnet, die zukünftig einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Verminderung von Tierversuchen leisten. Die Bundesregierung verfolgt mit der Vergabe des jährlichen Tierschutz-Forschungspreises das Ziel, die Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet zu verstärken.

Der mit 15.000 Euro dotierte Preis geht in diesem Jahr an zwei Wissenschaftler der Merck KAaG in Darmstadt:

Frau Dr. Simon und Herr Dr. Müller konnten in mehreren Arbeiten zeigen, dass die Prüfung von Wirkstoffen wie z.B. Umwelt- und Industriechemikalien hinsichtlich einer eventuellen endokrinen (hormonellen) Aktivität in verschiedenen Humanen Zelllinien zu zuverlässigen Ergebnissen führte.

Dazu wurden von den Wissenschaftlern In-vitro-Methoden entwickelt, die eine relevante Identifizierung von Östrogenen/Antiöstrogenen sowie Androgenen/ Antiandrogenen erlauben. Die entwickelten und etablierten Modellsysteme können als Vorab-Untersuchungen (Screening -Tests) verwendet werden und tragen auf zwei Ebenen zur Verringerung von Tierversuchen bei. Zum einen können mit diesen Methoden frühzeitig hormonell aktive Substanzen identifiziert werden, zum anderen können Gefährdungspotentiale von Altstoffen schnell und einfach erkannt und darauf reagiert werden.

"Es ist ermutigend zu sehen, in welcher thematischen Breite es bereits Ersatz- methoden zum Tierversuch gibt. Das zeigt, mit welch großer Phantasie und Kreativität von den Forschern neue Wege eingeschlagen und stetig weiterverfolgt wurden, um Alternativen zum Tierversuch zu entwickeln", so Müller weiter.

In-vitro-Methoden können Tierversuche zwar nicht vollständig ersetzen, jedoch langfristig dazu beitragen, die Anzahl von Tierversuchen auf ein notwendiges und unvermeidbares Maß zu reduzieren.

Die Preisverleihung am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin fand im Rahmen der Eröffnung eines zweitägigen, internationalen Workshops zum Thema "Advances in Genotoxicity Testing using Human Skin Models" statt. Der Kongress wurde von der beim BfR angesiedelten Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) organisiert.

Quelle im Internet und weitere Informationen unter: www.bmelv.de


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Weitere Themen: 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99

Sie haben eine Frage zum Thema "Tierschutz-Forschungspreis 2006"? Sie würden gern mehr über In-vitro-Methoden erfahren? Über einige Themen können wir auch nur berichten, doch einige Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar und einige weiterführende Erläuterungen unter Brennpunkte I und II. An der Erweiterung dieser Stichpunkte und Rubriken arbeiten wir.

Hinweis: Was sind In-vitro-Methoden? Bei den tierversuchsfreien In-vitro-Methoden werden oftmals Zellkulturen angelegt, so zum Beispiel mit Zellen von Mäusen oder mit Zellen der menschlichen Haut. Mit den gereiften Zellkulturen können dann individuelle Test durchgeführt werden. Da die Zellkulturen in vielen Bereichen wie lebende Organismen reagieren, können so Reaktionen auf chemische Mittel oder pharmazeutische Stoffe getestet werden. In vielen Fällen gelten diese In-vitro-Methoden bereits als vollwertige Alternative zu Tierversuchen.