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Robbenschlachten - Handelsverbot für Robbenprodukte


Importverbot für Robbenprodukte

Für ein Importverbot von Robbenprodukten - aktion tier übergibt Herrn Johannes Singhammer, MdB, Tausende von Unterschriften

Berlin/München, 19.10.2006 - Ende März 2006 trieb es die kanadischen Fischer wieder auf die Eisschollen im St-Lorenz-Strom, um auf brutalste Art und Weise Robben zu schlachten. Die kanadische Regierung hatte in diesem Jahr sogar die Fangquote erhöht, mit der Begründung, dass der schnell wachsenden Robbenpopulation begegnet werden müsse. Also wurde weiter mit dem spitzhackenähnlichen Knüppel auf die wehrlosen jungen Robben eingeschlagen, bis sie mit eingeschlagenem Schädel und verblutet leblos auf dem Eis liegen blieben. Die Eisschollen färbten sich ob dieses entsetzlichen Tötens rot.

Gehäutet wird gleich an Ort und Stelle und nicht selten geschieht dies bei lebendigem Leib, da nicht ausdauernd genug auf die Jungtiere eingeschlagen wurde. Ziel war es in diesem Frühjahr 335 000 junge Sattelrobben - viele Tiere sind gerade 20 Tage alt - zu töten. Da wegen der Erwärmung der Erdoberfläche die Eisschollen im St-Lorenz-Strom dünner geworden sind und die Jäger einzubrechen drohten, wurden in diesem Jahr vielfach das Töten von Schiffen aus vorgenommen. Einige Tausend Tiere wurden dabei nur angeschossen, sie flüchten ins Wasser, wo sie aber letztlich elendiglich verbluten. Diese Robben zählen aber nicht zu der gesetzlich festgelegten Fangquote. Das Ganze lohnt sich nur, weil in Europa ein großer Absatzmarkt für Robbenprodukte existiert. Die USA und Mexiko haben bereits ein Einfuhrverbot erlassen. Deshalb startete aktion tier e.V. über ihre Mitgliederzeitschrift eine große Unterschriftenkampagne, in der die Bundesregierung aufgefordert wird ein Importverbot für Robbenprodukte zu beschließen. In nur zweieinhalb Monaten sammelten aktion tier Mitglieder 20 000 Unterschriften.

Im heutigen Plenum des Bundestages wird gegen Abend über ein Einfuhr- und Handelsverbot für Robbenprodukte beraten. aktion tier e.V. überreichte deshalb am Vormittag dem Bundestagsabgeordneten Herrn Johannes Singhammer, Familienpolitscher Sprecher der CDU/CSU Fraktion die vielen tausend Unterschriften, um die Beratungen für ein Importverbot zu unterstützen.

Die Tierschutzorganisation aktion tier - Menschen für Tiere e.V. ist einer der größten Tier- und Artenschutzvereine Deutschlands. Jeden Monat unterstützt der Verein rund 200 Kooperationspartner in Deutschland und im Ausland mit umfangreichen Sachmitteln und der Bereitstellung direkter finanzieller Hilfe. Möglich ist dies durch die großzügige und treue Unterstützung der rund 210 000 Mitglieder.

Weitere Informationen bei: aktion tier - menschen für tiere e.V., Deutschlands große Tier- und Artenschutzorganisation

Quelle im Internet: www.tierhilfswerk.de



------- Eine weitere Mitteilung zum Thema Robbenprodukte 2006 -------
 

Einfuhr- und Handelsverbot für Robbenprodukte

Bundestag beschließt Einfuhr- und Handelsverbot für Robbenprodukte - Deutscher Tierschutzbund begrüßt das Votum

20.10.06 - Gestern hat der Bundestag für ein nationales Einfuhr- und Handelsverbot aller Robbenprodukte gestimmt. Der Antrag der Fraktionen CSU/CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen wurde einstimmig angenommen. Deutschland nimmt dadurch eine Vorreiterrolle in Europa ein, denn bislang ist dort nur der Import der Felle neugeborener Robben, der so genannten whitecoats (Weißmäntelchen) und bluebacks (Blaurücken) verboten. Dem Deutschen Verbot soll auch auf europäischer Ebene ein Handelsverbot für Robbenprodukte folgen. Der Deutsche Tierschutzbund kämpft schon seit Jahrzehnten gegen das grausame Robbenschlachten, das jedes Frühjahr von den Regierungen Kanadas und Norwegens bewilligt wird. Nun müsse schnellstens eine gesetzliche Umsetzung des Verbots in Deutschland erfolgen, so der Verband in Bonn.

"Wenn auch die EU dem Vorbild Deutschlands folgt und in naher Zukunft ebenfalls den Handel mit Robbenprodukten verbietet, werden die Regierungen Kanadas und Norwegens merken, dass das barbarische Robbenschlachten nicht mehr toleriert wird. Wir kämpfen jetzt mit aller Kraft für ein längst überfälliges Votum zum Schutz der Tiere auf EU-Ebene", so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Über 1,5 Millionen Robben wurden in den letzten vier Jahren getötet, obwohl die Robbenbestände unter anderem durch den Klimawandel immer stärker bedroht werden. Zu den Opfern der Robbenjäger gehören vor allem Jungtiere im Alter zwischen zwei Wochen und drei Monaten.

Das Erschlagen mit Knüppeln und der Abschuss der Robben sind mit erheblichem Tierleid verbunden. Ein Teil der Tiere, die mit dem so genannten Hakapik niedergeknüppelt werden, stirbt nicht sofort, so dass die Tiere bei vollem Bewusstsein enthäutet werden. In Norwegen dürfen seit 2005 auch Touristen auf Robben schießen. Häufig werden die angeschossenen Tiere nicht mehr gefunden, das bedeutet sie fliehen ins Wasser und verenden dort an ihren Verletzungen. Fell, Fleisch und Fett der Robben werden bislang auch nach Europa importiert. Große Modedesigner wie z.B. Prada zeigen in ihren Kollektionen Kleidung aus Robbenfellen.

Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an alle Verbraucher, sich generell gegen Pelzprodukte zu entscheiden, da dadurch unendliche Tierqualen vermieden würden. Mit seiner Kampagne "Pelz tötet" sensibilisiert der Verband die Konsumenten und stellt fest "Pelzmode bleibt Qualmode".

Quelle im Internet: Deutscher Tierschutzbund e.V. - www.tierschutzbund.de


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Weitere Themen: 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46

Sie haben einige Fragen zum Thema "Handelsverbot für Robbenprodukte"? Sie möchten mehr über Robben, Weißmäntelchen und Blaurücken erfahren? Über viele Themen können wir auch nur berichten, doch auf einige Fragen aus dem Bereich Umwelt, Tiere und Tierschutz finden Sie unter dem Stichpunkt Brennpunkte I und II einige Erläuterungen, ebenso im Glossar, welches noch erweitert wird.