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Jahrestagung und Preisverleihung 2006


Jahrestagung der Fraunhofer-Gesellschaft

Die Profile der Preise

Der Preis des Stifterverbands zeichnet wissenschaftlich exzellente Verbundprojekte der angewandten Forschung aus. Auf der Jahrestagung der Fraunhofer-Gesellschaft werden zudem vier Joseph-von-Fraunhofer-Preise und drei Hugo-Geiger-Preise verliehen.

Wissenschaftspreis des Stifterverbands

Im Jahr 1920 gründeten Wirtschaftsvertreter auf Anregung der deutschen Akademien, Universitäten und wissenschaftlichen Gesellschaften den Stifterverband. Seine Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg ist eng mit der Neugründung der »Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft« am 11. Januar 1949 verbunden.

Auch heute noch versteht sich der Stifterverband als Mittler zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Unter seinem Dach wird mittlerweile ein Kapital von 1,3 Milliarden Euro in 350 Einzelstiftungen verwaltet. Seit sechs Jahren verleiht er der Fraunhofer-Gesellschaft einen mit 50 000 Euro dotierten Preis. Dieser zeichnet wissenschaftlich exzellente Verbundprojekte der angewandten Forschung aus, die Fraunhofer-Institute gemeinsam mit der Wirtschaft und/oder anderen Forschungsorganisationen bearbeiten (Beitrag 1). Dieser Preis wird im jährlichen Wechsel mit dem Preis - »Technik für den Menschen« verliehen.

Joseph-von-Fraunhofer-Preis - Forschen für die Praxis

Seit 1978 verleiht die Fraunhofer-Gesellschaft alljährlich Preise für herausragende wissenschaftliche Leistungen ihrer Mitarbeiter, die anwendungsnahe Probleme lösen. Mehr als 200 Forscherinnen und Forscher haben diesen Preis inzwischen gewonnen. In diesem Jahr werden vier Preise mit jeweils 10 000 Euro vergeben. Eine ebenfalls begehrte Trophäe ist die silberne Anstecknadel mit dem Gesichtsprofil des Namenspatrons, wie es im Logo der Beiträge 2, 3, 4, 5 und 6 erscheint.

Hugo-Geiger-Preis - Wissenschaftlichen Nachwuchs fördern

Das 50-jährige Jubiläum der Fraunhofer-Gesellschaft veranlasste die Bayerische Staatsregierung im Jahr 1999 dazu, diesen Preis zu stiften. Namensgeber ist Staatssekretär Hugo Geiger, der Schirmherr der Gründungsversammlung am 26. März 1949. Mit diesem Preis werden hervorragende und anwendungsorientierte Diplom- und Doktorarbeiten auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften ausgezeichnet. Es kann sich dabei auch um Methoden oder Technologien aus anderen Fächern handeln, die sich in den Life Sciences einsetzen lassen. Kriterien der Beurteilung sind: wissenschaftliche Qualität, wirtschaftliche Relevanz, Neuartigkeit und Interdisziplinarität der Ansätze. Die Arbeiten müssen in unmittelbarer Beziehung zu einem Fraunhofer-Institut stehen oder dort entstanden sein. In diesem Jahr erhält der erste Preisträger einen Betrag von 3 000, die anderen beiden jeweils 2 000 Euro (Beitrag 6).

Wissenschaftspreis des Stifterverbands

Erleuchtung nach Maß

Handliche Beamer, lichtstarke Rückprojektionsfernseher und kleine, gut lesbare Head-Up-Displays - in all diesen Geräten dienen Hochleistungs-LEDs als Lichtquelle. Sie ermöglichen nicht nur eine geringe Größe, sondern benötigen wenig Strom, sind langlebig und robust.


Eine Präsentation ohne Beamer ist heute kaum mehr vorstellbar. Kleine handliche Geräte, die wenig Energie verbrauchen, sich schnell auf- und abbauen lassen, sind der Wunsch vieler Anwender. LEDs - Lichtquellen auf der Basis von Halbleitern - sind ideal, um solche Lichtsysteme aufzubauen. Was liegt also näher, als die Vorteile der LEDs auch für Beamer zu nutzen. »Die Idee klingt einfach«, kommentiert Dr. Peter Schreiber vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena. »Doch um das umzusetzen, mussten wir eine Reihe wesentlicher Entwicklungen vorantreiben. Unser Team hat beispielsweise Konzepte für Mikrooptiken erarbeitet und gefertigt.« Diese Aufgaben waren Teil des Verbundprojekts »Kompakte LED-Lichtquellen« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF, um neue Anwendungen für LEDs zu erschliessen. Die Partner des IOF waren: OSRAM Opto Semiconductors, dort wurden Hochleistungsdünnschicht-LEDs entwickelt, sowie Carl Zeiss Jena GmbH und Siemens VDO Automotive AG, die testeten, ob sich Dünnschicht-LEDs für kleine handliche Beamer, für Rückprojektionsfernsehen oder für Head-Up-Displays einsetzen lassen. Für ihre gelungene Verbundforschung erhält das Team den Wissenschaftspreis des Stifterverbandes.

»Das IOF war der Mediator zwischen den Partnern«, erzählt Dr. Schreiber. »Zudem stammen die Strahlführungstechnik und Strahlhomogenisierung für die Anwendungen von uns.« Dr. Schreiber und seine Kollegen Dr. Peter Dannberg, Dr. Andreas Bräuer und Dr. Sergej Kudaev entwarfen und fertigten das zweistufige Optik-Modul. Es besteht aus einer Primär- und einer Sekundäroptik. Die erste, Chipnahe Optik dient dazu, die Photonen zu sammeln und zu bündeln. Die zweite formt den Lichtstrahl und sorgt dafür, dass sich die Photonen gleichmäßig in der Bildebene verteilen. Beispiel Pocket Beamer: Um alle Farben darstellen zu können, sind eine rote, eine grüne und eine blaue Dünnschicht-LED im Einsatz. Die Farben werden von der Optik zusammengemischt. Der kleine Beamer ist nur etwa so groß ist wie eine 500-Gramm-Packung Kaffee. Er kann auf eine Fläche von A1- bis A2-Format projizieren. Der Strombedarf ist so gering, dass der Akku einen netzunabhängigen Betrieb von bis zu zwei Stunden erlaubt. Im Projekt wurde auch ein Rückprojektionsfernseher mit LEDs realisiert. Das neue Lichtkonzept macht die Geräte schlanker, leichter und bietet satte Farben. Und auch Head-Up-Displays, die Autofahrern während der Fahrt wesentliche Informationen auf die Frontscheibe einblenden, können in deutlich kleineren Bauformen hergestellt werden. Gleichzeitig hat sich die Sichtbarkeit verbessert.

Quelle im Internet und weitere Informationen unter: www.fraunhofer.de


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