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Energiegipfel - Atomausstieg und Klimaschutzziele


Klimaschonender Umbau der Energieversorgung

NABU: Weichen für Umbau zu klimaschonender Energieversorgung stellen

Tschimpke: Beim Streitthema Atomenergie Klarheit schaffen

Berlin, 08.10.2006 - Der NABU hat Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich des am morgigen Montag stattfindenden Energiegipfels aufgefordert, beim Streitthema Atomenergie Klarheit zu schaffen und endlich die Weichen für einen zukunftsfähigen klimaschonenden Umbau der Energieversorgung zu stellen. "Das Festhalten am Atomausstieg ist im Koalitionsvertrag vereinbart", betonte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Allen Versuchen daran zu rütteln, müsse eine klare Absage erteilt werden. Die zentralistische, träge und mit einem hohen Sicherheitsrisiko behaftete Atomenergie blockiere in Wirklichkeit langfristigen Klimaschutz.

"Die zentrale Frage muss heißen: Wie bauen wir unsere Energieversorgung ressourcenschonend so um, dass wir die zur Rettung unseres Klimas erforderlichen Klimaschutzziele erreichen können?", so Tschimpke. Nach Ansicht des NABU muss bis Mitte dieses Jahrhunderts 80 Prozent Kohlendioxid eingespart werden. Dieses Ziel sei jedoch unter Beibehaltung der derzeitigen zentralen Stromerzeugungsstrukturen nicht zu erreichen. "Milliardenschwere Investitionsankündigungen der großen Energiekonzerne in Steinzeittechniken wie Kohlekraftwerke ohne Kraft-Wärme-Kopplung bringen uns in Sachen Klimaschutz keinen Schritt weiter. Sie dienen einzig der Besitzstandswahrung und blockieren den dringend notwendigen Umbau zu einer klimaschonenden Energieversorgung", kritisierte Tschimpke.

Positiv sei, dass die Steigerung der Energieeffizienz ganz oben auf der Tagesordnung stehe. Gewaltige Einsparpotenziale bei Haushaltsgeräten und in der Unterhaltungselektronik, beim Heizenergiebedarf in Häusern und Industrieprozessen gelte es endlich zu nutzen. Die zielführenden Instrumente, wie ein Top-Runner-Programm, das Mindesteffizienzstandards für Elektrogeräte vorschreibe, seien längst bekannt. Allerdings dürften auch hier Konfliktfelder nicht ausgeblendet werden. Die Automobilindustrie werde ihre freiwilligen Zusagen zur Effizienzsteigerung im Pkw-Bereich nicht erreichen. Darum müssten hier verbindliche Regelungen zur Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes festgelegt werden. Dieser müsse durchschnittlich auf 120g CO2 pro Kilometer bis 2012 und perspektivisch noch weiter gesenkt werden, um die Klimaschutzziele der EU erreichen zu können.

Der NABU hat zusammen mit weiteren Verbänden die Initiative www.atomausstieg-selber-machen.de ins Leben gerufen. Sie richtet sich an atomkritische Bürger, mit einem Wechsel des Stromanbieters den Atomausstieg aus der Gesellschaft heraus zu vollziehen - weg von den Atomkonzernen RWE & Co. hin zu Ökostromanbietern.

Quelle im Internet: www.nabu.de

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Klimaschutz muss Kernaufgabe des Energiegipfels sein

Greenpeace fordert Politiker auf, sich gegen Wirtschaftsinteressen zu
behaupten

Hamburg, 9. 10. 2006 - Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, sich bei den Verhandlungen des heutigen Energiegipfels nicht weiter von den Stromkonzernen unter Druck setzen zu lassen und den Rahmen für die Gespräche eigenständig festzulegen. Das muss sowohl für die Klimaschutzziele als auch für ein klares Festhalten am Atomausstieg gelten. Greenpeace fordert weiterhin, dass sich die Regierung auf eine Verringerung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 verbindlich festlegt.

"Es ist paradox, dass sich Angela Merkel mit Klimalügnern und Wortbrechern an einen Tisch setzt, um mit ihnen die Energiepolitik der Zukunft zu verhandeln", kritisiert Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling. "Die Stromkonzerne haben sich als Gesprächspartner für den Energiegipfel disqualifiziert."

RWE, der größte Einzelverursacher von klimaschädigenden Treibhausgasen in Europa, hatte vor kurzem öffentlich die Existenz der menschlich verursachten Klimaveränderung geleugnet. Vertreter von RWE hatten behauptet, "dass es wissenschaftlich nicht bewiesen sei, ob das Klima sich verändert". Außerdem haben sich RWE und andere Stromkonzerne nach Meinung von Greenpeace als nicht vertragstreu erwiesen. Einerseits rütteln die Stromkonzerne immer wieder am schon vereinbarten Atomausstieg. Zum anderen stellen sie wiederholt die Investitionszusagen für den Kraftwerksneubau in Frage. "Auf diese Weise wollen sie Druck auf die Politik ausüben, die ihre einzigen Verhandlungserfolge des ersten Energiegipfels verteidigen muss", sagt Andree Böhling.

Greenpeace hält es für notwendig, dass Bundestag und Bundesregierung zuerst die Eckpunkte für ein nationales Energiekonzept festlegen, bevor sie sich mit Vertretern der Wirtschaft zusammensetzen. Die Klimaschutzziele müssen dabei ganz am Anfang der Diskussion stehen. Sie sind nicht verhandelbar. Das macht auch die Wissenschaft seit langem unmissverständlich klar. Sie ruft zum Handeln auf: In den nächsten zehn bis 20 Jahren entscheidet sich das Ausmaß der Klimakatastrophe. Nur wenn es gelingt, in allen Industriestaaten die Treibhausgase um mindestens 40 Prozent bis zum Jahr 2020 zu reduzieren, kann eine gefährliche Störung des Klimasystems noch verhindert werden.

"Die Vertreter der Stromkonzerne sind schlechte Treuhänder, wenn es um langfristige Zukunftsaufgaben beim Klimaschutz geht" , erklärt Böhling. "Sie verdienen an der Klimazerstörung und an einem längeren Betrieb alter Atommeiler. Sie haben vor allem die kurzfristigen Renditen ihrer Aktionäre im Blick und nicht eine nachhaltige Energieversorgung auch künftiger Generationen."

Quelle im Internet: www.greenpeace.de/25-jahre


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