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Archäologie - Werkstätten und Bodendenkmäler


Handwerk, Werkstätten und Handel im Byzantinischen Reich

Einladung zum Workshop und Abendvortrag

Handwerk, Werkstätten und Handel sowie neue siedlungsarchäologische Forschungen im Byzantinischen Reich stehen im Mittelpunkt des ersten Workshops, den die Byzantinische Archäologie Mainz am 19. und 20. Oktober 2006 am Institut für Kunstgeschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz veranstaltet.

Bei dem ebenfalls öffentlichen Abendvortrag am 19. Oktober um 19.00 Uhr wird Dr. V. Ivani?evic; aus Belgrad die jüngsten Ausgrabungen in Caricin Grad beziehungsweise Iustiniana Prima vorstellen. Diese byzantinische Stadt im heutigen Serbien wurde von dem byzantinischen Kaiser Justinian I. im 6. Jahrhundert gegründet und war in der kurzen Zeit ihres Bestehens Bischofssitz und Verwaltungsmittelpunkt für ein größeres Gebiet. Die Bedeutung der Stadt ist unter anderem an der monumentalen Architektur ablesbar, deren Reste während der archäologischen Forschungen aufgedeckt werden konnten.

Die Byzantinische Archäologie Mainz besteht seit Anfang des Jahres 2006 als Kooperationsprojekt der Christlichen Archäologie und Byzantinischen Kunstgeschichte, der Byzantinistik und der Provinzialrömischen Archäologie, vertreten durch die Lehrstühle an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, sowie der Frühgeschichtlichen Archäologie, vertreten durch das Römisch-Germanische Zentralmuseum. Die Byzantinische Archäologie befasst sich mit der materiellen Hinterlassenschaft der Spätantike des östlichen Mittelmeerraums und des gesamten Byzantinischen Reiches. Da sich die Initiative insbesondere als Kommunikationsplattform für alle in diesem Bereich tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler versteht, sollen in bestimmten Abständen Tagungen veranstaltet werden. Der erste Workshop, der nun stattfindet, bezieht sich teilweise auf den Mainzer Forschungsschwerpunkt "Handwerk, Werkstätten und Handel im Byzantinischen Reich".

Quelle im Internet: Johannes Gutenberg-Universität - zope.verwaltung.uni-mainz.de

----- Weitere Mitteilungen aus dem Bereich Frühgeschichtlichen Archäologie -----
 

Archäologie aus der Luft

RUB-Forscher entdecken neue Fundplätze in Ostgeorgien

Forschungsergebnis: Kulturelle Verbindung zwischen Europa und Asien

Bochum, 25.09.2006 - Zahlreiche neue Bodendenkmäler aus vorgeschichtlicher Zeit entdeckte nun ein archäologisches Forschungsteam in Ostgeorgien unter Leitung von Dr. Baoquan Song von der Ruhr-Universität Bochum (Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte). Dabei ging es vor allem darum, kulturelle Verbindungen zwischen Europa und Asien nachzuweisen. Das Besondere: Aus der Luft erkundeten sie die Regionen im Süden Kaukasus?. Luftbildarchäologie hat sich bereits seit längerem als effektiv erwiesen und gehört zu den besonderen Lehr- und Forschungsschwerpunkten am Institut für Ur- und Frühgeschichte der RUB.

Vorform einer Stadt entdeckt?

Ziel der Expedition war es, die parallel laufenden Grabungen des Deutsch-Archäologischen Instituts (Berlin, DAI) in Kachetien mit geomagnetischen und luftbildarchäologischen Methoden zu unterstützen. Die prähistorische Sielungsgeschichte in diesem geographischen Raum lässt sich auf diese Weise besser erforschen. Kachetien ist die östlichste Provinz im heutigen Georgien (Westen Asiens) und galt früher als Durchgangszone zwischen Europa und Asien. Die Regionen zwischen dem Großen Kaukasusgebirge im Norden und dem Kleinen Kaukasus im Süden sind für die Archäologen besonders interessant: Dort siedelten sich früher viele verschiedene Stämme an, so dass die Wissenschaftler dort kulturelle Verbindungen zwischen Europa und Asien vermuten. Seit fünf Jahren schon wird ein großer Siedlungshügel namens Tachtiperda aus der Zeit zwischen dem 15. und siebten Jahrhundert vor Christus archäologisch untersucht. Die Forscher glauben, dass es sich dabei um eine Vorform einer Stadt gehandelt hat.

Neue Bodendenkmäler: Höhensiedlungen und Hügelgräber

Die RUB-Expedition hat diese Theorie aus der Luft (die sog. Flugprospektion) überprüft. Untersucht wurden sieben Hektar Gelände mit umfangreichen Siedlungsstrukturen. Die Wissenschaftler beflogen rund 500 km² und entdeckten neue Fundstellen aus der Luft, die sie untersuchten und dokumentierten. Dabei fanden sie neue Bodendenkmäler, wie Höhensiedlungen und Hügelgräber. Diese erkennt man auf Luftbildfotografien durch Schatten- und Bodenmerkmale, sofern sie noch oberirdisch erhalten sind. In landwirtschaftlich intensiver genutzten Regionen dagegen sind solche Fundstellen von der Erdoberfläche bereits verschwunden; dann helfen Bewuchsmerkmale, sie zu erfassen. Denn dort, wo Steinstrukturen unter der Erde sind, wachsen Pflanzen schlechter als auf unberührtem Boden. Umgekehrt gedeiht die Vegetation besonders gut über Gräbern und Gruben und zeichnet damit die unterirdische Struktur an der Erdoberflächliche nach.

Die Technik: Fluxgate Gradiometer

Eine weitere Methode der archäologischen Prospektion ist die geomagnetische Messung mit einem Fluxgate Gradiometer. Nachdem die Fachleute die neuen Fundstellen aus der Luft entdeckt haben, messen sie mit diesem Gerät systematisch das unsichtbare magnetische Feld an der Erdoberfläche. Gesucht werden lokale magnetische Störungen, wie Erdbewegung, Verbrennungen und andere künstliche Eingriffe im Erdreich. Die Messdaten stellen die Archäologen mithilfe der Digitaltechnik wie bei einer Röntgenaufnahme dar, so dass Hausfundamente, Wege, Öfen und Gräber unter der Oberfläche als Graustufen auf dem Monitor zu erkennen sind.

Heute Kachetien, morgen ganz Georgien ...

Den RUB-Archäologen ist es gelungen, durch ihre Luftbilder die Vermutung einer kulturellen Verbindung in Südkaukasus zwischen Europa und Asien zu bestätigen. Ein entsprechender Bericht über die bisherigen Untersuchungen veröffentlicht der Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte voraussichtlich Ende des Jahres. Da die Flugprospektion so erfolgreich war, werden die Forscher sich in naher Zukunft wahrscheinlich ganz Georgien zuwenden und das Land auf die Jahrhunderte vor Christus untersuchen.

Quelle im Internet: Ruhr-Universität Bochum - www.ruhr-uni-bochum.de



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Weitere Themen: 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18

Hinweise zur Ausstellung des Deutschen Archäologischen Instituts:

» Sensationsfunde - Königsgräber der Skythen (06. Juli 2007 - 01. Oktober 2007 )

Sie haben eine Frage zum Thema "Archäologie und Bodendenkmäler" oder zum Thema "Byzantinisches Reich und Byzantinische Archäologie"? Oder Sie möchten wissen, was ist eine Kommunikationsplattform, was ist eine Flugprospektion, oder was bedeutet Luftbildarchäologie? Bei einigen Begriffen müssten wir auch erst nachschlagen oder nachfragen, doch einige Antworten auf häufig gestellte Fragen aus dem Bereich Wissenschaft, Kunst und Kultur finden Sie auch unter dem Stichpunkt Glossar, an dessen Erweiterung wir stetig arbeiten.