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Regenwälder und Tropenholz


Raubbau am Tropenholz ungebremst

Wenn von Klimawandel und Klimaerwärmung die Rede ist, so wird in Deutschland viel über Treibhausgase, sowie um und über den Ausstoß von CO2 debattiert, hervorgerufen durch Verbrennungsanlagen der unterschiedlichsten Art. Wie wichtig der Erhalt von Regenwäldern als grüne Lunge unseres blauen Planeten ist, kommt dabei ab und an in den Debatten etwas zu kurz weg. Sicherlich, Regenwälder gibt es in Deutschland nicht und unsere heimischen Urwälder haben bereits unsere Urahnen zersiedelt, nicht ohne bei dieser Gelegenheit einige Lebensformen gleich mit auszurotten. Um so wichtiger wären ernsthafte Bemühungen, weltweit das zu erhalten und zu schützen, was es noch zu erhalten und zu schützen gibt, damit sich nicht stetig die gleichen Fehler in der Geschichte der Menschheit wiederholen.

-------- Mitteilungen zum Thema Regenwälder und Tropenholz --------
 

Tropenholz aus Malaysia

ROBIN WOOD und Ureinwohner Malaysias kritisieren unglaubwürdiges Tropenholz-Siegel

Malaysischer Forstminister wirbt in Deutschland für das MTCC-Siegel

Berlin und Hamburg, 28.09.2006 - AktivistInnen von ROBIN WOOD demonstrieren heute vor der malaysischen Botschaft in Berlin gegen den Han­del mit MTCC-zertifiziertem Tropenholz aus Malaysia. In der Botschaft trifft sich heute Nachmittag der malaysische Minister für Plantagenwirtschaft und Rohstoffe, Peter Chin Fah Kui, mit Vertretern von Holzhandel, Behörden und Umweltorganisationen aus Deutsch­land, um für das Tropen­holzsiegel des Malaysian Timber Certification Council (MTCC) zu wer­ben. Das von der dortigen Holzindustrie ins Leben gerufene Label garantiert laut Selbstdar­stellung, dass das Holz aus "nachhaltiger Forstwirtschaft" stamme. ROBIN WOOD rät vom Handel mit MTCC-zertifiziertem Holz ab, weil das Siegel nach Auffassung der Umweltorganisa­tion keinen geeigneten Nachweis für eine ökologisch ver­trägliche und sozial gerechte Herkunft von Holz darstellt.
Vor allem öffentliche Auftraggeber wie Bund und Länder will der malaysische Minister während seiner dreitägigen Werbetour durch Deutschland überzeugen, bei ihren Bauvorhaben auf Tropenholz mit MTCC-Label zu setzen. Dafür soll auch die Werbeagentur Weber Shandwick (Motto: The power to in­fluence outcomes) sorgen, die im Dienst des MTCC die Ökobedenken europäischer Kommunen gegen malaysisches Tropenholz zerstreuen soll.

Darauf hereingefallen ist die Stadt Hamburg. In Hamburg ist Holz mit MTCC-Label seit August die­ses Jahres für öffentliche Baumaßnahmen freigegeben.

ROBIN WOOD unterstützt die Proteste malaysischer UreinwohnerInnen gegen den MTCC. Ihre Kri­tik richtet sich in erster Linie dagegen, dass der MTCC sie im Zertifizierungsprozess übergeht, ihre Landrechte missachtet und dafür sorgt, dass sie die Wälder nicht mehr wie gewohnt nutzen dürfen, etwa um Holz einzuschlagen, zu jagen oder zu fischen. Im Landesteil Sarawak auf Borneo wehrt sich das Waldnomadenvolk der Penan seit dem 17. Juli dieses Jahres mit einer Straßenblockade gegen eine MTCC-Zertifizierung. Der MTCC hat dem Holzkonzern Samling ein Zertifkat ausgestellt, obwohl ein Waldgebiet forstwirtschaftlich ausgebeutet werden soll, das die Penan zum Überleben brauchen.

In einem Protestbrief, der in diesen Tagen beim Hamburger Bürgermeister eintreffen wird, fordern 13 Oberhäupter der Penan Ole von Beust auf, "sicherzustellen, dass die Stadt Hamburg kein Holz aus unse­ren Wäldern mehr verwendet, weil dieses Holz von unseren Gemeinschaften gegen unseren er­klärten Willen gestohlen wurde". Wer MTCC-Holz nutze, mache sich mitschuldig an den Verbrechen der Holzfirmen gegen die indigenen Völker Malaysias.

Die malaysische Forstwirtschaft ist maßgeblich für den Raubbau und eine dramatische Waldzerstö­rung in Malaysia verantwortlich. Allein zwischen 1990 und 2000 schrumpfte die Waldfläche des süd­ostasiatischen Landes laut Angaben der Welternährungsorganisation FAO um 2,37 Millionen Hektar. Es gibt zahlreiche gut dokumentierte Fälle, die belegen, dass der malaysische Han­del gute Geschäfte mit illegalem Holz macht, das von Indonesien über die Grenze geschmuggelt wird.

"Die Raubbau-Unternehmen, die es zu verantworten haben, dass ein Großteil von Malaysias Wäl­dern dem Erdboden gleich gemacht worden sind, ziehen heute die Fäden beim MTCC", sagt Tropen­waldreferent Peter Gerhardt von ROBIN WOOD. "Das MTCC-Siegel bietet aus Sicht von ROBIN WOOD keine Garantie für eine ökologische und sozial gerechte Forstwirtschaft."

Quelle im Internet:www.robinwood.de

----- Mehr zum Thema Regenwälder und Tropenholz -----
 

Raubbau am Tropenholz Mahagoni ungebremst

Die Sägen kreischen weiter

München/Genf, 05. Oktober 2006: Das Genfer Treffen des ständigen Ausschusses des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) hat eine wichtige Chance zum Schutz der Regenwälder Südamerikas verpasst: Die vom Aussterben bedrohten Bestände des Tropenbaumes Mahagoni wurden auf dem Treffen vom 2. bis 6. Oktober nicht mit einem internationalen Handelsstopp belegt. Damit sind Raubbau und illegalem Holzeinschlag im größten Exportland Peru weiterhin Tür und Tor geöffnet. "Mit dem Mahagoni stirbt der Urwald und mit den Urwäldern die Wildtiere," kommentiert die teilnehmende PRO WILDLIFE-Expertin Daniela Freyer das Fiasko von Genf.

Die USA und die Dominikanische Republik sind die Hauptabnehmer für Amerikanisches Mahagoni, gefolgt von den EU-Staaten, allen voran Deutschland. Bis 2001 war Brasilien der weltweit führende Exporteur. Doch der Handel brach nach dramatischen Bestandsabnahmen rapide ein. Die unrühmliche Führungsrolle übernahm seither Peru. "Peru hat aus den Fehlern Brasiliens beim schonungslosen Raubbau des Tropenholzes leider nichts gelernt", so die PRO WILDLIFE Sprecherin. Trotz Aufnahme des Amerikanischen Mahagoni in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) im Jahr 2002, ist der Holzeinschlag in Peru völlig außer Kontrolle. Peru kann weder die vom WA geforderte Legalität noch die Nachhaltigkeit des Handels nachweisen. 70 bis 95% der Fällaktionen sind illegal und finden überwiegend in Naturschutzgebieten und Reservaten indigener Völker statt. Konzessionsgenehmigungen fehlen oder sind gefälscht.

Zwei Mahagoniarten sind durch den Raubbau bereits kommerziell ausgerottet, der Amerikanische Mahagoni ist die letzte Art die noch über nennenswerte Bestände verfügt. Doch in Peru sind diese bereits um 50% dezimiert und werden im kommenden Jahrzehnt um weitere 28% schrumpfen, wenn der Raubbau kein Ende hat. In Genf hätten die Sägen gestoppt werden können. Doch der Ständige Ausschuss des WA lehnte heute einen Antrag ab, den internationalen Handel mit Amerikanischem Mahagoni auszusetzen. Stattdessen sollen die Mahagoni Exportländer jetzt lediglich Managementpläne vorlegen. "Wir sind extrem enttäuscht, dass die Staatengemeinschaft die Chance für einen besseren Urwaldschutz nicht genutzt hat. Für die letzten Mahagonibestände könnte es schon bald zu spät sein", so die PRO WILDLIFE Expertin.

Amerikanischer Mahagoni (Swietenia Macrophylla) wird bis zu 50 Meter hoch, die Stämme erreichen Durchmesser von 2,5 Metern. Für den kommerziellen Einschlag sind etwa 100 Jahre alte Urwaldriesen interessant. Das wertvolle Nutzholz aus Mittel- und Südamerika erzielt derzeit Rekordpreise von 1.450 EUR pro Kubikmeter. Es wird bevorzugt für Fenster, Möbel, Furniere sowie im Instrumenten- und Bootsbau eingesetzt. Für den Raubbau an Mahagoni schlagen Holzarbeiter straßenbreite Trassen immer tiefer in den Urwald. Diesen Schneisen folgt die Brandrodung für Landwirtschaft und Viehzucht. Wenn nach ein paar Jahren die Erde nichts mehr hergibt, bleibt das Land ausgelaugt liegen

Quelle im Internet: www.prowildlife.de


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Sie haben eine Frage zum Thema "Regenwälder und Tropenholz" oder zum Thema "Klimawandel und Klimaerwärmung"? Oder Sie möchten wissen, was bedeutet das Wort Treibhausgase oder das Wort Kohlenstoffkreislauf oder was ist eine Photosynthese? Einige Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar und einige weiterführende Erläuterungen unter Brennpunkte I und II.

Regenwälder: Tropische und subtropische Regenwälder gibt es auf allen Kontinenten, dem Raubbau an Regenwäldern geht man ebenfalls auf allen Kontinenten nach. Die Berechnungen und Schätzungen für die Ursachen des Klimawandels gehen auseinander, doch kann man davon ausgehen, dass neben dem Ausstoß von Treibhausgasen, die Abholzung von Regenwäldern zu rund 20 Prozent mit für den Klimawandel verantwortlich ist.