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Solarstrom, Photovoltaik und Windräder


Photovoltaik als Weg aus der Armut

Solarstrom fördert wirtschaftliche Eigeninitiative am unteren Mekong

28. September 2006 - Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat zusammen mit der französischen Fondation Energies Pour Le Monde ein neues Modell entwickelt, mit dem Photovoltaikanlagen in den Ländern des unteren Mekong nicht nur die Stromversorgung verbessern, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort anregen können. Auf einer Tagung in Pnom Penh am 5. und 6.10.2006 werden die neuen Konzepte mit den Akteuren diskutiert.

»Bisher lag der Schwerpunkt bei ländlicher Elektrifizierung auf der Bereitstellung der Technik«, erläutert Sebastian Gölz, Projektleiter am Fraunhofer ISE, den neuen Ansatz, »In unserem Modell steht der wirtschaftliche Anreiz für den Betreiber im Vordergrund. Erst durch einen profitablen Anlagenbetrieb hat er ein Eigeninteresse daran, die Systeme dauerhaft betriebsbereit zu halten. Er sucht zusammen mit den Strombeziehern nach wirtschaftlichen Anwendungen, mit denen aus dem Strom Mehrwert erwirtschaft wird, zum Beispiel mit Wasserpumpen oder Mühlen. Die Kunden verdienen so nicht nur das Geld für den Strombezug, sondern schaffen die Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und Erweiterung der Anlagen. So können sie erste Schritte aus der Armut tun. Die Investition für die Anlagen kann von Investoren oder staatlichen Institutionen kommen, die nachhaltige Entwicklung fördern wollen.«

In der laotischen Provinz Luang Prabang könnten so mit einem Investitionsvolumen von 3,2 Mio. US$ Dorfstromsysteme zur Versorgung von 6 000 Haushalten entstehen. In Machbarkeitsstudien hat das Fraunhofer ISE mit den Akteuren vor Ort das Projekt bankenfähig vorbereitet. »Durch das neue Geschäftsmodell wird ländliche Elektrifizierung auch für Geldinstitute und andere Investoren interessant«, so Gölz.

Voraussetzung für die Anregung privaten Unternehmertums ist ein niedriger Preis für den Photovoltaikstrom: Mit 30 USCent/kWh ist der Strom für die ländliche Bevölkerung bezahlbar und erlaubt dem Betreiberunternehmen dennoch ein profitables Geschäft. Die Fraunhofer Wissenschaftler erreichen durch eine neue Konzeption der Anlagen, die aus Photovoltaik (PV), Dieselgenerator und Batterien bestehen, eine drastische Senkung des Erzeugungspreises. Der Anteil der PV an der Gesamtversorgung wurde stark vergrößert, die Batteriekapazität stark verkleinert (Versorgungssicherheit einer statt drei Tage). Der Strom muss größtenteils tags in gewerblichen Anwendungen genutzt werden. Die Betriebszeit des Dieselgenerators wurde reduziert, dieser läuft nur abends zur Deckung der Spitzenlast. Der Einsatz von Simulationstools zur Systemauslegung und mehr als 15 Jahre praktische Betriebserfahrungen von PV Hybrid-Systemen des Fraunhofer ISE sichern die Qualität sowohl aus sozialwissenschaftlicher als auch aus technisch- ökonomischer Sicht.

Das Modell bringt Privatinitiative, staatliche Rahmenbedingungen und institutionelle Förderung zu einem funktionierenden System zusammen. »Statt Anlagen zu planen, haben wir einen Markt geplant, auf dem Betreiber und Kunden zusammen Anlagen nach ihren individuellen Bedürfnissen konzipieren und betreiben können«, fasst Gölz zusammen.

Die Idee war schon immer gut: Photovoltaik kann in armen Ländern des Südens die oft einzige reichlich vorhandene Ressource Sonne in Strom umwandeln. Die Lebensbedingungen von 2 Milliarden Menschen können so verbessert werden. Doch viele Projekte der ländlichen Elektrifizierung kamen nach der Installation ins Stocken, weil die Förderung »von oben« zu Ende ging, es aber keinen Anreiz für einen Betrieb »von unten« gab. Dieses Manko beseitigt das bankenfähige Geschäftsmodell des Fraunhofer ISE.

Die EU fördert die Arbeiten im Rahmen des Projekts Delta PRO RES. Die französische Stiftung FONDEM leitet das Projekt und bearbeitet Solar Home Systeme, das Fraunhofer ISE bearbeitet Dorfstromversorgungen. Partner sind in Kambodscha und Laos die Ministerien für Energie, in Vietnam ein NGO. Von März 2005 bis Oktober 2006 wurden Projekte im Wert von 12,2 Mio. US$ für 40 000 Haushalte erarbeitet.

Informationen zur Tagung am 5./6. Oktober 2006 in Pnom Penh und zum Projekt Delta PRO RES unter www.energies-renouvelables.org

Quelle im Internet: www.ise.fraunhofer.de
 

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Solarzellen und Windräder "made in Germany"

Neue Akzente für die Forschung

Berlin, 21.09.2006 - Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat heute die Bedeutung von Forschung und Entwicklung für eine nachhaltige Energieversorgung betont. "Solarzellen und Windräder 'made in Germany' gehören weltweit zur technischen Spitzenklasse. Diese Position müssen wir halten und weiter ausbauen, damit wir auch morgen noch wettbewerbsfähig sind", betonte Gabriel heute Mittag auf der Jahrestagung des Forschungsverbundes Sonnenenergie in Berlin.

In seiner Rede vor rund 350 Teilnehmern hob Gabriel hervor, dass erneuerbare Energien und Energieeffizienz Hand in Hand gehen müssen. Mit dieser Doppelstrategie will das Bundesumweltministerium auf Klimawandel und steigende Energiepreise antworten. "Oberstes Ziel der Forschungsförderung ist, durch technische Innovationen die Kosten für erneuerbare Energien kontinuierlich und spürbar zu senken", betonte Gabriel.

Mit der Präsentation von neuen Förderbekanntmachungen setzt das Bundesumweltministerium neue Schwerpunkte für die Forschungsförderung im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien soll stärker als bisher in Kombination mit Einspartechnologien erfolgen. Außerdem sollen die Optimierung der Energieversorgungssysteme und die Weiterentwicklung von Speichertechnologien verstärkte Aufmerksamkeit erhalten und die Wärmeerzeugung soll neben der Stromerzeugung stärkere Berücksichtigung finden. Darüber hinaus sollen in begrenztem Umfang auch Zukunftstechnologien mit hohem Innovationspotenzial gefördert werden. Und schließlich sollen auch internationale Projekte sowie Technologien für den Export gefördert werden.

Die Förderbekanntmachungen sind im Bundesanzeiger Nr. 179 vom 21.09.06 erschienen.

Quelle im Internet: www.erneuerbare-energien.de


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Weitere Themen: 04, 05, 06, 07, 08, 09, 10, 11

Sie haben eine Frage zum Thema "Solarstrom und Photovoltaik" oder zum Thema "Erneuerbare Energien und Windräder"? Oder Sie möchten wissen, was bedeutet nachhaltige Energieversorgung und Energieeffizienz, oder was sind Zukunfts- technologien? Einige Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar und einige weiterführende Erläuterungen unter Brennpunkte I und II.

Hinweis: Die Photovoltaik beschäftigt sich mit der Umwandlung von Sonnenenergie in elektrisch nutzbare Energie, bzw. zur Erzeugung von elektrischem Strom. Hierzu wird in Solarzellen, die in der Regel aus Silizium gefertigt sind, Solarenergie von der Sonne in Gleichstrom umgewandelt, der dann nicht nur zur Energieversorgung von Haushalten genutzt werden kann. Unter anderem in der Satellitentechnik hat die Photovoltaik in Form von Sonnenpaddeln seit Jahrzehnten ihren festen Platz.