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Verleihung des Frauen-Medienpreis 2006 in Hannover


Niedersächsischer FrauenMedienPreis 2006 verliehen

Frauenministerin Ross-Luttmann: Medien können modernes Rollenbild von Frauen und Männern fördern

Hannover, 21.09.2009 - Sozial- und Frauenministerin Mechthild Ross-Luttmann hat am heutigen Donnerstagabend sechs Autorinnen mit dem Niedersächsischen FrauenMedienPreis 2006 ausgezeichnet. Siegerinnen in der Sparte Fernsehen sind die Autorinnen Carmen Butta (Arte), Claudia Kuhland (3Sat) und Mechthild Gaßner (Arte/ WDR). In der Sparte Sonderpreis Hörfunk ging der Preis an die Autorin Dr. Gaby Mayr (SWR). Den journalistischen Förderpreis erhielten die Autorinnen Katja Jacob und Maren Sieber für ihren bei Hit-Radio Antenne gesendeten Beitrag.

Ministerin Ross-Luttmann: "Wir brauchen mehr differenzierte Bilder und Sichtweisen von Frauen und Männern. Die Medien können entscheidend dazu beitragen, in unserer Gesellschaft ein modernes, am Lebensalltag orientiertes Rollenbild von Frauen und Männern zu fördern. Die Wettbewerbsbeiträge zeigen Frauen als aktiv Handelnde und als positive Identifikationsfiguren." Mit dem weit über die Grenzen Niedersachsens hinaus beachteten Juliane-Bartel-Preis werde die Darstellung einer gleichberechtigten Lebensgestaltung von Frauen gewürdigt und Stereotypen entgegengewirkt.

Anlässlich der Festveranstaltung im NDR-Landesfunkhaus Niedersachsen in Hannover wurde allen Preisträgerinnen neben dem Preisgeld auch eine Bronze-Skulptur der Künstlerin Ulrike Enders überreicht. Der nach der 1998 verstorbenen Fernsehjournalistin Juliane Bartel benannte Preis ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert.
Eine Jury unter Vorsitz von Ministerin a. D. Helga Schuchardt hatte die Preisträgerinnen aus insgesamt 114 Wettbewerbsbeiträgen ausgewählt. Jurymitglieder waren in diesem Jahr Marc Bator (Tagesschau-Sprecher), Maria Gresz (Moderatorin von Spiegel TV), Brigitte Huber (Stv. BRIGITTE-Chefredakteurin), Sonia Mikisch (Moderatorin von Panorama), Andreas Neumann (Radio Bremen), Lisa Ortgies (Moderatorin von frauTV/WDR), Prof. Dr. Jutta Röser (Universität Lüneburg), Reinhard Scheibe (Niedersächsische Lottostiftung) und Carmen Thomas (1. ModerationsAkademie für Medien und Wirtschaft).

Ross-Luttmann dankte insbesondere der Niedersächsischen Lottostiftung für die Bereitstellung der Preisgelder. Unterstützung habe der FrauenMedienPreis auch in diesem Jahr wieder durch zahlreiche andere Kooperationspartner erfahren, darunter das NDR Landesfunkhaus Niedersachsen, die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM), der Sparkassen- und Giroverband Niedersachsen, das Zweite Deutsche Fernsehen, Radio Bremen, das Film & Medienbüro Niedersachsen, die Leibniz Universität Hannover, der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V., die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros Niedersachsen, die Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauenbeauftragte und Gleichstellungsbeauftragte, die Multi Media Berufsbildende Schulen sowie die 1. ModerationsAkadmie für Medien und Wirtschaft Carmen Thomas.


Die von der Jury prämierten Autorinnen und Ihre Beiträge:

1. Hauptpreis Fernsehen

In dieser Kategorie werden 2006 drei 1. Preise vergeben:

"Churubamba - Frauen am Ball" von Carmen Butta, Länge 52 Min. (Ausgestrahlt bei Arte):

Diese Reportage beschreibt ein "Fußballfieber über den Wolken" - zwei Dutzend peruanische Bäuerinnen huldigen in einem kleinen Andendorf mit absoluter Hingabe dem Fußballsport. Leise, in respektvoller Weise und wunderschönen wie eindrucksvollen Bildern nähert sich die Autorin ihren Protagonistinnen. Sie zeigt dabei, wie Fußballspielen unter äußerst beschwerlichen Lebensbedingungen zum Vehikel für Glück, aber auch für persönliche wie politisch-gesellschaftliche Emanzipation werden kann. Aber der Beitrag weist auch über diesen ungewöhnlichen Mikrokosmos hinaus, in dem er viele Probleme "unserer" Welt ad absurdum führt.

"It`s a man`s world - Geschlechterselektion durch PräImplantationsDiagnostik PID" von Claudia Kuhland, Länge 7 Min. (Ausgestrahlt bei 3Sat):

Dieser Magazinbeitrag beschreibt knapp, präzise und dezidiert wie die moderne Präimplantationsdiagnostik PID, zum Nachteil des weiblichen Geschlechts, die sogenannte "Sexselektion" begünstigt und dem Horrorszenario "Designer-Babies" Tür und Tor öffnet. Das schwierige, hochpolitische wie brandheiße Thema wird den ZuschauerInnen nicht nur in interessanten und schönen Bildern präsentiert, sondern auch überzeugend und hochinformativ vermittelt.

"Die letzte Reise" von Mechthild Gaßner, Länge 5 x 26 Min. (Ausgestrahlt bei Arte/ WDR):

Der Beitrag nähert sich, sparsam betextet und auf äußerst diskrete Weise, einem an sich eher unpopulären mit Tabus behafteten Thema: ZuschauerInnen "erleben" im wahrsten Sinne des Wortes Menschen, die sich dem Tod stellen müssen - zu Hause, bei Freunden oder im Hospiz. Der Autorin ist es dabei gelungen, auf anrührende und sensible Weise, mit Humor und Ernst zugleich, ohne Voyeurismus einen Blick in eine eigene Welt, die immer noch hauptsächlich von weiblichen Protagonistinnen bestimmt wird - Ärztinnen, Pflegerinnen usw. - zu werfen.


2. Sonderpreis Hörfunk

"Richterin, übernehmen Sie! - Justiz im Umbruch?" von Dr. Gaby Mayr, Länge 54 Min. (Ausgestrahlt beim SWR):

In dieser Collage aus interessanten Einzelfällen und Fakten, unter geschickter Einarbeitung des historischen Kontextes, werden Gepflogenheiten bei der Justiz, die in keinem Gesetz stehen, aufgespürt. Nachgegangen wird der Frage, welche Rolle die Geschlechterzugehörigkeit in der Rechtsprechung, bei Richtenden, Rechtsuchenden wie Verurteilten, spielt. Ansprechend präsentiert und kurzweilig gestaltet bietet dieses Feature einen umfassenden Einblick in ein bislang unbekanntes Terrain deutscher Gerichtsbarkeit.

3. Journalistischer Förderpreis für Hörfunk:

"Wenn Kinder Kinder kriegen - minderjährige Mütter" von Katja Jacob und Maren Sieber (Ev. Kirchenfunk), Länge 60 Min. (Ausgestrahlt bei Hit-Radio Antenne):

Der Beitrag widmet sich dem Phänomen der "Teenie-Mütter". Angereichert mit eindringlichen, gut ausgewählten O-Tönen und ohne pädagogisch-moralischen Zeigefinger geht er der Frage nach, wie es in der heutigen Zeit immer noch zu solchen ungewollten Schwangerschaften kommen kann. Dabei zeichnet er sich zugleich durch viele nützliche Beratungsstrecken und seinen hohen Servicecharakter aus.

Quelle im Internet: www.ms.niedersachsen.de


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Weitere Themen: 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79

Sie haben eine Frage zum Thema "FrauenMedienPreis 2006" oder Sie möchten wissen, was ist eine Collage, was ist eine Vernissage, oder was bedeutet das Wort Impressionismus? Einige Antworten auf Fragen aus dem Bereich Kunst und Kultur finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar, an dessen Erweiterung wir stetig arbeiten.