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Zum Tag der Tropenwälder


Der Erde keine Kahlrasur verpassen

Zum Tag der Tropenwälder am 14. September 2006:

WWF fordert Schutzgebietsnetzwerk. Sonst könnten die tropischen Wälder in hundert Jahren komplett verschwunden sein.

Frankfurt, 13.09.2006: Wie im Zeitraffer wurden in den vergangenen Jahrzehnten riesige Tropenwaldflächen in Südostasien, Südamerika und im afrikanischen Kongo-Becken von Menschenhand vernichtet. Die jährliche Entwaldungsrate liegt seit den neunziger Jahren weltweit durchschnittlich bei knapp einem Prozent. Schreiten Rodung, illegale Holzfällerei und illegaler Holzhandel, der Umbau zu Rohstoffplantagen und Waldbrände so schnell voran wie bisher, könnten die letzten Regenwälder bis auf wenige Schutzgebietsinseln bis zum Ende dieses Jahrhunderts völlig verschwunden sein. Der WWF macht anlässlich des Tages der Tropenwälder am 14. September darauf aufmerksam, dass mit der Zerstörung der Wälder gravierende Nebenwirkungen verbunden sind: Gigantische Kohlendioxidmengen werden freigesetzt. Indigene Völker verlieren ihre Lebensgrundlage. Bedrohte Tiere wie Tiger, Waldelefanten, Orang-Utans, Faultiere und Koboldmakis könnten endgültig aussterben.

Nina Griesshammer, WWF-Waldexpertin: "Das Waldschutzprogramm für die Erde muss dringend weiter vorangetrieben werden. Wenn es uns gelingt, die bereits bestehenden Schutzgebiete langfristig zu finanzieren, untereinander zu vernetzen und auszuweiten, können auch unsere Kinder und Enkel noch echte Tropenwälder erleben." Noch gibt es nach Angaben der FAO 1,7 Milliarden Hektar Tropenwälder. Die größten Flächen befinden sich im Amazonas-Becken, im Kongo-Becken und in Indonesien. Doch jedes Jahr fallen den Kettensägen und den Flammen ungefähr 15 Millionen Hektar zum Opfer. Das entspricht etwa der Hälfte Deutschlands. Mit den Tropenwäldern verliert die Erde wichtige Wasser- und Luftspeicher, der Klimawandel wird weiter angeheizt, und die betroffenen Regionen werden anfälliger für Naturkatastrophen wie Dürren, Überschwemmungen und Erdrutsche.

Der WWF setzt sich seit langem für den Erhalt dieser einzigartigen "Schatzkammern der Natur" ein: Die Umweltschützer kämpfen in mehr als 300 Projekten in fast 90 Ländern dafür, dass Schutzgebiete geschaffen werden. Sie verhandeln mit den großen Konzernen der Zellstoff-, Papier-, Holz-, Palmöl- und Sojaindustrie. Sie fördern eine naturnahe Waldwirtschaft, die nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) oder des Roundtable on Sustainable Palm Oil richtet. Die WWF-Waldexpertin Nina Griesshammer schöpft Hoffnung aus den bisherigen Erfolgen, die die Umweltorganisation zusammen mit anderen in ihrer 45-jährigen Geschichte errungen hat: "Die wertvollsten Tropenwälder können noch gerettet werden, aber dazu müssen die erforderlichen Schritte heute und nicht erst morgen eingeleitet werden." Weltweit stehen heute bereits etwa zehn Prozent aller Wälder unter Schutz - dazu zählen boreale, temperierte, tropische und subtropische Wälder.

Quelle im Internet: www.wwf.de

------- Mehr zum Thema Umweltzerstörung 2006 -------
 

ROBIN WOOD-Floß am Ziel

Crew beendet Tour gegen Landraub und Umweltzerstörung für Tempo-Taschentücher

Duisburg, 7. September 2006 - Nach rund 380 Kilometern auf Neckar und Rhein wird das ROBIN WOOD-Floß heute in der Meidricher Schiffswerft im Duisburger Hafen mit einem Kran aus dem Wasser gehoben. Damit geht die diesjährige ROBIN WOOD-Floßtour, die Mitte August in Heidelberg gestartet war, zu Ende. Die Kampagne gegen den Konzern Procter & Gamble, der für seine Tempo-Taschentücher die Vertreibung von Indianern in Kauf nimmt, aber läuft weiter.
"Unser Floß war ein echter Hingucker. Mit unserer Forderung nach mehr Recyclingpapier sind wir bei den Leuten auf offene Ohren gestoßen", sagt Heike Lipper von der Floß-Crew. "Auf Tempo-Taschentücher zu verzichten, fällt niemandem schwer und die Bereitschaft auf Produkte mit dem Blauen Engel umzusteigen, ist da."

Das Floß und spektakuläre Abseilaktionen von Rheinbrücken in Mainz und Koblenz haben auch die Medienaufmerksamkeit auf die dunklen Seiten der Papierproduktion gelenkt. Etliche Zeitungen, Radios und Fernsehsender haben über die Flößer und ihr Anliegen berichtet. Die Nachricht von der Floßtour ging bis nach Brasilien, wo Interessierte übers Internet die Tour verfolgt haben. Auch Mitarbeiter von Procter&Gamble (P&G) haben öfter mal auf die Seiten geklickt. Am Dienstag dieser Woche standen dann plötzlich ROBIN WOOD-AktivistInnen vor dem Tempowerk in Neuss und luden dort rund drei Tonnen Altpapier ab - als Denkanstoß für den Konzern, Taschentücher und Klopapier aus Recyclingpapier anzubieten und die Zusammenarbeit mit dem Zellstoff-Lieferanten Aracruz in Brasilien solange auf Eis zu legen, bis der seine Landrechtskonflikte mit den Indianern friedlich gelöst hat.

Für viele FloßbesucherInnen war es neu, welche harte Geschichte hinter den flauschigen Tempo-Taschentüchern steckt. Sie haben sich an Bord der ROBINA WALD informiert und den Protest von ROBIN WOOD unterstützt - manchmal auch auf ganz praktische Weise. Mal brachte jemand auf dem Weg zur Arbeit noch schnell Brötchen am Floß vorbei, eine junge Frau bedankte sich nach dem Schnupperklettern mit einem großen Beutel Leckereien. Eine Handvoll Menschen entschied sich gleich vor Ort, einen Tag oder länger auf dem Floß mitzureisen. Liedermacher wie Mike Godyla und Götz Widmann kamen zu Gratis-Konzerten an Bord der ROBINA WALD. Dort gab es an den Wochenenden eine bunte Bühne mit Feuershows, Jonglage, Lesungen und Umweltfilmen.

Für das Dutzend Flößer wird es nun erst einmal eine Umstellung, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und drinnen in einem Bett zu übernachten. Sie haben das Leben auf dem Floß genossen, wenn auch zwischendurch nur unter Planen, auf die der Regen pladderte. Ein Berliner Flößer hat noch ein besonderes Mitbringsel abzuliefern: eine Flaschenpost mit einer Postkarte an ein Berliner Hochzeitspaar, die die Crew aus dem Rhein gezogen hatte.

Die ROBINA WALD wird nun erst einmal winterfest eingelagert, so dass sie im nächsten Jahr erneut auf Tour gehen kannn.

Quelle und weitere Informationen: www.robinwood.de


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Weitere Seiten zum Thema:

» Holzprodukte ohne Reue
» Schüler schützen Regenwälder
» Illegaler Holzeinschlag
» EU forciert den Kahlschlag der Regenwälder

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