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Der Klimawandel und die Weltklimakonferenz


Ausrichtung der internationalen Klimapolitik

Weltklimakonferenz vom November: Vorbereitungsgespräche in der Schweiz

01.09.2006 - Mehr als 25 Umweltminister und Vertreterinnen und Vertreter von rund 40 Ländern werden sich am kommenden 14. und 15. September auf Einladung der Schweiz und Kenias zu einem Treffen in der Nähe von Zürich einfinden. Während dieser zwei Tage werden mögliche Kompromisse besprochen, die die Beschlussfassung an der Weltklimakonferenz vom kommenden November in Nairobi erleichtern sollen. Gegenstand der Vorbereitungsarbeiten unter der Leitung von Bundespräsident Moritz Leuenberger und dem kenianischen Umweltminister Kivutha Kibwana sind die künftige Ausrichtung der internationalen Klimapolitik, die Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und die Prioritäten Afrikas und der Entwicklungsländer.

Der Alpenraum ist von den Klimaänderungen in besonderem Masse betroffen. Deshalb liegt es im Interesse der Schweiz, dass in der internationalen Klimapolitik Fortschritte erzielt werden und ein wirksames internationales Regelwerk für den Kampf gegen die Klimaerwärmung erarbeitet wird. Gemeinsam mit Kenia, das die 12. Weltklimakonferenz vom kommenden November präsidieren wird, hat die Schweiz deshalb zu informellen Beratungen auf Ministerebene eingeladen. Diese Gespräche stehen auch im Zeichen der Nachhaltigkeitspolitik des Bundes. Überdies entspricht diese Zusammenarbeit dem Wunsch von Bundesrat Moritz Leuenberger, in seinem Präsidialjahr den Schwerpunkt auf die Anliegen Afrikas zu legen.

Die Ministergespräche in Rüschlikon ZH sollen es erlauben, im Hinblick auf die Konferenz von Nairobi gemeinsame Positionen auszuarbeiten. Gegenstand der Beratungen sind die künftige Ausrichtung der weltweiten Klimapolitik und insbesondere das weitere Vorgehen nach Auslaufen des derzeitigen Verpflichtungszeitraums des Kyoto-Protokolls. Die Beratungen in Rüschlikon sollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass in Nairobi konkrete Fortschritte in zwei laufenden Prozessen erzielt werden, nämlich in den Gesprächen zur Einbindung aller Länder in die Bemühungen zur Verminderung der Treibhausgasemissionen im Rahmen der Klimakonvention und bei der Festlegung der Emissionsreduktionsziele für den kommenden Verpflichtungszeitraum gemäss Kyoto-Protokoll.

Weitere Gesprächsthemen sind die unverzichtbare Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Bewältigung der Klimaänderungen sowie die Prioritäten Afrikas und der anderen Entwicklungsländer, die mit den Klimazielen in Einklang gebracht werden müssen.

Am 15. September um 11 Uhr findet am Tagungsort eine Pressekonferenz unter der Leitung von Bundespräsident Moritz Leuenberger und dem kenianischen Umweltminister Kivutha Kibwana statt.

Medienmitteilung
Generalsekretariat UVEK

Quelle im Internet: Bundesamt für Umwelt BAFU www.umwelt-schweiz.ch

--- Mehr zum Thema Klimawandel, Klimaschutz und Klimaerwärmung 2006 ---
 

Atmosphärenphysiker untersuchen Sahara-Staubstürme

Klimawandel: Großexperiment mit mehrwöchiger Datensammlung am Rande der Sahara beendet

01.08.2006 - Eine 40-köpfige Forschergruppe hat sich für sechs Wochen am Rande der Sahara in Südmarokko aufgehalten, um die Zusammensetzung und die Verteilung von Sand- und Staubteilchen in der Luft zu untersuchen. "Wir wollten meteorologische Situationen mit wenig Staub und solche mit Staubstürmen messtechnisch erfassen", erläutert Dr. Lothar Schütz vom Institut für Physik der Atmosphäre an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. "Beides ist uns auch gelungen und wir haben hervorragende Daten erhalten." Bislang ist unbekannt, wie sich die eineinhalb Milliarden Tonnen von Staub und Sand auswirken, die jährlich von den Wüsten der Erde in die Atmosphäre gelangen - ob sie zum Temperaturanstieg auf unserem Planeten beitragen oder ihm entgegenwirken. Forschungsarbeiten unter Beteiligung von sechs deutschen Einrichtungen wollen dies herausfinden.

Bei Temperaturen bis zu 42 Grad im Schatten haben die Mainzer Atmosphärenphysiker zusammen mit ihren Kollegen nahe der "Porte au Sahara" - dem Tor zur Sahara - Messcontainer, die den Weg über den Hohen Atlas gekommen sind, aufgestellt und Messvorrichtungen am Boden aufgebaut. Sie haben Instrumente zum Einsammeln von Saharastaub an Flugzeugen installiert. Und sie haben Messstationen im Atlas-Gebirge, teilweise auf 4.000 Meter Höhe und nur noch zu Fuß zu erreichen, angesteuert und die dort aufgezeichneten Daten gesammelt und mit nach Deutschland gebracht. "Jetzt brauchen wir ein Jahr Zeit, um die Daten und vor allem die gesammelten Proben komplett auszuwerten", sagt Dr. Konrad Kandler von der TU Darmstadt. "Dann können wir etwas über die Strahlungswirkung von Staub und Sand sagen und vielleicht auch etwas über ihren Einfluss auf unser Klima", stellt Schütz in Aussicht.

Staub aus der Sahara-Wüste wird regelmäßig vom Wind bis zu 5.000 Meter hoch in die Atmosphäre getragen und zieht dann über den Atlantik bis in die Karibik oder an die südamerikanische Küste und das Amazonas-Gebiet. Die "Staubwolken" können dabei enorme Ausmaße annehmen und in Einzelfällen mit 500.000 Quadratkilometern die Größe Spaniens erreichen. Die Frage ist nun, welchen Einfluss dieser Transport von Staub auf die Strahlungsbilanz in der Atmosphäre hat: Laufen in vier bis fünf Kilometer Höhe vielleicht auch Prozesse ab, die dem Temperaturanstieg entgegenwirken? Staubpartikel tragen zur Wolkenbildung bei und sie können Sonnenstrahlung in den Weltraum rückstreuen oder aber die Energie speichern, je nachdem, ob es sich um helle oder dunkle Partikel handelt. Insgesamt gelangen jährlich rund fünf Milliarden Tonnen Staubteilchen oder Aerosolpartikel durch im Wesentlichen natürliche, aber auch vom Menschen verursachte Prozesse in die Atmosphäre. Der Mineralstaub aus den Wüsten der Erde hat daran einen Anteil von 1,5 Milliarden Tonnen und wiederum 60 Prozent davon entstammen dem Wüstenkomplex der Sahara. "Während der anhaltenden Dürreperiode in der Sahelzone der letzten Jahrzehnte wurde die weltweite Staubproduktion möglicherweise um ein Drittel erhöht, ohne dass dies in den bisherigen Abschätzungen zur Klimaveränderung berücksichtigt wurde", rechnet Schütz vor.

Schütz gehört zu der Forschergruppe SAMUM, an der - außer dem Institut für Physik der Atmosphäre in Mainz - das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung in Leipzig, das Institut für Meteorologie der Universität München, das Institut für Mineralogie der Technischen Universität Darmstadt und das Institut für Umweltphysik und Fernerkundung der Universität Bremen beteiligt sind. Samum - der trockenheiße Sandsturm aus der Sahara hat dem Projekt seinen Namen gegeben - wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in den ersten drei Jahren mit rund einer Million Euro unterstützt wird. Das Mainzer und Darmstädter Team um Dr. Lothar Schütz und Dr. Konrad Kandler haben dabei die Aufgabe, die Zusammensetzung und die räumliche Verteilung des Mineralstaubs in der Atmosphäre zu untersuchen.

Bei dem Großexperiment im Süden Marokkos kam dazu ein riesiger Instrumentenpark zum Einsatz und die Messungen gehören zu den umfangreichsten, die je in diesem Teil Afrikas vorgenommen wurden. An zwei Bodenstationen in Zagora und Ouarzazate, mit zwei Flugzeugen und bei Überflügen von Satelliten hat das Forscherteam Staub und Strahlung in der Atmosphäre vermessen. Zudem wurden Proben für spätere, aufwendige Laboruntersuchungen in Deutschland gewonnen. "Wir sind mit den Daten aus dem Feldexperiment sehr zufrieden", fasst Schütz die Ergebnisse zusammen. "Und wir werden auch für die Computersimulationen der Kollegen die Angaben liefern können, die zur Verbesserung der Modelle gebraucht werden."

Außerdem sind die Wissenschaftler einem bislang wenig beachteten Phänomen nachgegangen, von dem sie vermuten, dass es bei der Entstehung von Staub- und Sandstürmen eine wichtige Rolle spielt: "An den Rändern des Atlas-Gebirges kann es dazu kommen, dass durch Verdunstung von Regen abgekühlte Luft wie eine Lawine den Hang runterrutscht", berichtet Dr. Peter Knippertz, Expeditionsteilnehmer und Leiter einer Nachwuchsforschergruppe an der Uni Mainz, dessen Teilnahme an der SAMUM-Kampagne aus dem Forschungsfond der Universität Mainz finanziert wurde. "Diese Luft-Rutschungen können Ausmaße von mehr als 200 Kilometern erreichen und tragen vermutlich maßgeblich zur Aufwirbelung von Staub in die Atmosphäre bei."

Quelle im Internet und weitere Informationen: zope.verwaltung.uni-mainz.de


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