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Zecken, Hundemalaria, Kosmetika und Tierversuche


Über Hundemalaria und die Gefährlichkeit von Zecken

Hundemalaria - hohes Risiko im Herbst

29.08.06 - Die Hundemalaria hat sich in den letzten Jahren in Deutschland durch eine neue Zeckenart rasant ausgebreitet. Da die Gefährlichkeit der Zecken im Herbst besonders hoch ist und die Hundemalaria (Babesiose) unerkannt oder zu spät behandelt für den Hund oftmals tödlich endet, rät der Deutsche Tierschutzbund allen Haltern ihre Hunde auch für den bevorstehenden Herbst ausreichend gegen Zecken zu schützen.

Das tägliche Gassigehen vor allem im Wald kann für den Hund gefährlich werden, wenn er von der erst ein paar Jahre in Deutschland heimischen Zeckenart, der Auwaldzecke, gestochen wird. Diese Zecke ist der Überträger der Babesiose, die auch als Hundemalaria bezeichnet wird, weil die Krankheit in ihren Symptomen der menschlichen Malaria sehr ähnlich ist. Am Anfang steht zunächst ein einziger harmlos erscheinender Zeckenstich, der nach Übertragung der Erreger zu einer akuten bis tödlich verlaufenden Infektion mit hohem Fieber, Blutarmut und Gelbsucht führen kann. Deutliche Hinweise auf die Hundemalaria sind Appetitlosigkeit, Mattigkeit, hohes Fieber und gelb-rötlicher Harn. Wird der Hund nicht oder zu spät behandelt, stirbt er in der Regel innerhalb weniger Tage an Nierenversagen.

Die Auwaldzecken sind im Herbst infektiöser, also gefährlicher, als im Frühjahr. Der Grund: Legt eine infizierte Auwaldzecke im Frühjahr bis zu 3.000 Eier, so sind auch alle Zecken, die sich aus diesen Eiern entwickeln, mit den Erregern der Hundemalaria infiziert und können im Herbst die Erkrankung übertragen. Mehr als 1.500 Hunde erkrankten im letzten Jahr allein in Deutschland an der Hundemalaria. In diesem Jahr wird mit einem weiteren drastischen Anstieg gerechnet. Deshalb sollten Hundehalter sich bei ihrem Tierarzt über die Möglichkeiten der Prophylaxe informieren und ihre Hunde von Februar bis November ausreichend gegen Zecken schützen.

Obwohl der menschlichen Malaria sehr ähnlich, ist die Hundemalaria nicht auf den Menschen übertragbar. Andere durch Zecken übertragene Krankheitserreger bergen aber sowohl für den Hund auch für den Menschen Gefahren, wie die Borreliose und die gefährliche FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis).

Quelle und weitere Informationen im Internet unter: www.tierschutzbund.de

------- Weitere PM zum Thema Tier und Tierrechte aus dem Jahr 2006 -------
 

»Ohne Tierversuche erprobt«

Kritisiert: Neue EU-Leitlinie zur Kennzeichnung von Kosmetika

18. August 2006 - Als »unpraktikabel« bezeichnet der Bundesverband Menschen für Tierrechte die kürzlich verabschiedete Leitlinie der EU-Kommission zur Kennzeichnung von Kosmetika hinsichtlich »Tierversuchsfreiheit«. Die Vorgaben der Empfehlung seien fast nicht erfüllbar.
»Wir befürchten, dass diese EU-Leitlinie besonders kleineren Firmen einen Schlag versetzt, die schon seit Jahrzehnten für ihre Kosmetikprodukte keine Tierversuche machen und auf im Tierversuch getestete Rohstoffe verzichten. Damit zu werben und sich so von den Großkonzernen abzuheben wird ihnen weiterhin schwer gemacht,« moniert Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte, »Auch der Verbraucher bleibt auf der Strecke, da die Vorgaben der EU kaum zur Klarheit beitragen werden, ob ein Produkt nun als tierversuchsfrei gelten kann oder nicht,« so Simons weiter.

Als Hindernis für eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung erachtet der Verband vor allem, dass die Leitlinie keinen Stichtag vorschreibt, ab dem keine Tierversuche mehr durchgeführt worden sein dürfen. Somit könnten z. B. nicht einmal seit Langem gebräuchliche Inhaltsstoffe verwendet werden, weil irgendjemand sie vor 100 Jahren an Tieren getestet hat. Ein weiteres Hindernis sieht der Bundesverband in der Vorgabe, dass Hersteller ihre Produkte nur als »tierversuchsfrei« bezeichnen dürfen, wenn weder Produkt noch Inhaltsstoffe im Tierversuch von ihnen selbst oder »von Dritten zum Zweck der Entwicklung eines neuen kosmetischen Mittels durchgeführt worden sind.« Aus der Leitlinie geht nämlich nicht hervor, wie unterschieden werden soll zwischen Substanzen, die ausschließlich für Kosmetika oder auch für andere Zwecke entwickelt wurden.

Noch ist die EU-Leitlinie nicht in deutsches Recht umgesetzt. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte will sich dafür stark machen, dass diese EU-Empfehlung in Deutschland nicht oder nur mit deutlichen Verbesserungen in Kraft gesetzt wird. Vor allem setzt der Verband weiterhin alles daran, dass die Entwicklung und Anerkennung moderner, tierversuchsfreier Prüfsysteme vorangetrieben wird. Denn zwar soll EU-weit der Verkauf von an Tieren getesteten Kosmetika in Etappen ab 2009 und ab 2013 verboten werden. Wenn bis dahin allerdings nicht genügend tierversuchsfreie Testmethoden anerkannt worden sind, droht das Inkrafttreten des Verbots noch weiter hinausgeschoben zu werden.

Kontakt: Dr. med. vet. Corina Gericke, Tel.: 0531 - 8863396

Quelle im Internet und weitere Informationen unter: www.tierrechte.de


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Weitere Themen: 09, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16

Sie haben eine Frage zum Thema "Hundemalaria" oder Sie möchten wissen, was bedeutet das Wort Babesiose, oder was ist eigentlich Malaria? Einige Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar und einige weiterführende Erläuterungen unter Brennpunkte I und II.