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Gen-Mais und Proteste


Gen-Mais vom Markt nehmen!

Gen-Mais MON810 vom Markt nehmen! Sicherheits-Neubewertung ist überfällig

09.08.2006 - Anlässlich der Aushändigung von ökotoxikologischen Daten von GVO-Zulassungsanträgen der US-Firma Monsanto zu MON810 durch die EU-Kommission erklärt die Europaabgeordnete und Gentechnikexpertin Hiltrud Breyer MdEP (Bündnis 90/ Die Grünen):

Die EU-Kommission hat nach monatelangem Warten erstmals meinem Antrag auf Zugang zu Zulassungsdokumenten über Gentechnik stattgegeben. Diese Grundsatzentscheidung, bisher geheime Daten zu Fütterungsversuchen auszuhändigen, ist ein Sieg für die Verbrauchertransparenz. Das Material weckt neue Zweifel an der Sicherheit des Monsanto Gen-Mais MON810. Das mit der Zulassung vieles im Argen ist zeigt wird klar: zuerst halten Monsanto und die Behörden alles geheim, dann stellt sich heraus, dass es im Tierversuch Hinweise auf gesundheitliche Störungen gegeben hat, von denen aber behauptet wird, dass sie rein zufällig sind. Dieses Katz und Maus Spiel auf Kosten der Gesundheit der Verbraucher muss ein Ende haben. Die Daten müssen dringend von unabhängigen Wissenschaftlern komplett überprüft werden. Bisher hat die EU-Kommission jeden Zulassungsantrag für Gen-Mais abgenickt, obwohl unabhängige Experten und auch EU-Mitgliedsstaaten gravierende Zweifel geäußert hatten.

Aufgrund der derzeitigen Erkenntnisse ist es fahrlässig, dass der Gen-Mais MON810 überhaupt die EU-Zulassung hat. Er muss unverzüglich vom Markt genommen werden, so lange Sicherheitsfragen nicht eindeutig geklärt sind. Bereits im Falle des Gen-Mais MON863 hat die EU-Kommission im Risikomanagement versagt. Obwohl sie in der Antwort auf meine schriftliche Anfrage zugeben musste, grundlegende Sicherheitsanfragen nicht beantworten zu können hat sie Anfang des Jahres die Zulassung erteilt.
Mit dem neuen nun erstmals angewandten Verfahren, nach zehn Jahren eine Überprüfung durchzuführen, hat die EU-Kommission die Chance, ihre Fehler zu korrigieren und MON810 vom Markt zu nehmen. Dann bliebe ihre Forderung nach höheren Sicherheitsstandards bei der Zulassung kein Lippenbekenntnis.
Auch muss das Europaparlament nun dringend die Neubewertung der Zulassung von MON863 einfordern, da die Gesundheitsbedenken höchst gravierend sind und keine korrekte Zulassungsüberprüfung erfolgt ist.

Hintergrund:

Seit 1996 hat der gentechnisch veränderte Mais MON810 die EU-Zulassung und darf sowohl in Lebens- und Futtermitteln verwendet, als auch kommerziell angebaut werden. In Deutschland wächst der umstrittene Mais auf knapp tausend Hektar, in Österreich, Polen und Griechenland ist der Anbau verboten. Im 90 Tage Fütterungsversuch mit Ratten, der schon 2001 abgeschlossen wurde, wurden gesundheitliche Effekte bei den Tieren beobachtet: so waren die Blutweiss-Stoffe Albumin und Globulin bei den männlichen Tieren im Vergleich zu den Kontrolltieren signifikant erniedrigt.

Quelle im Internet: www.hiltrud-breyer.de

--------- Weitere PM zum Thema genmanipulierte Pflanzen 2006 ---------
 

Protest gegen Verwässerung des Gentechnikgesetzes

Berlin, 25.07.2006 - Mehr als 30 Umwelt-, Verbraucher-, Bio- und Bauernverbände rufen gemeinsam zu Protesten gegen die Pläne der Großen Koalition zur Änderung des Gentechnikgesetzes auf. Die Verbände befürchten die flächendeckende gentechnische Verunreinigung der gesamten Landwirtschaft. Mit Tausenden gelben Luftballons soll deshalb im September in Berlin der Schriftzug 'Genfood - Nein Danke' gebildet werden. Bereits jetzt können Bürgerinnen und Bürger unter www.gentechnik-stoppen.de Protestballons bestellen und Bundestagsabgeordneten E-Mails senden.

Anlass für die Aktion sei die Ankündigung der Bundesregierung, nach der Sommerpause das deutsche Gentechnikgesetz verändern zu wollen. So sollen Gentechnik-Produzenten künftig nur noch dann haften, wenn die Ernte von Nachbarfeldern zu mehr als 0,9 Prozent gentechnisch verunreinigt wurde.

"Die Bundesregierung will der Gentechnik-Industrie einen Freifahrtsschein zur umfassenden gentechnischen Kontamination erteilen. Damit verlieren die Menschen in Deutschland das Recht, sich auch weiterhin gentechnikfrei zu ernähren. Das ist völlig inakzeptabel", so Heike Moldenhauer, Gentechnik-Expertin beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND).

Jutta Jaksche, Agrarreferentin beim Verbraucherzentrale Bundesverband: "Nach bisherigem EU-Recht müssen auch Verunreinigungen unterhalb von 0,9 % gekennzeichnet werden, wenn der Hersteller nicht belegen kann, dass diese Rückstände zufällig und unvermeidbar waren. Diese Regelung muss weiter angewendet werden. Sonst gibt es keine Wahlfreiheit der Verbraucher."

Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) befürchtet einschneidende Konsequenzen: "Wir Bauern müssen unseren Abnehmern schon jetzt die Gentechnikfreiheit unserer Produkte garantieren. Wenn wir das nicht können, tragen wir den wirtschaftlichen Schaden. Eine Haftungsgrenze von 0,9 Prozent bedroht die Existenz vieler Betriebe".

"Die Politik muss dafür Sorge tragen, dass bei der Haftung das Verursacherprinzip umgesetzt wird," so Felix Prinz zu Löwenstein vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). "Es kann schließlich nicht angehen, dass Produzenten und Konsumenten von Lebensmitteln ohne Gentechnik höhere Preise zahlen müssen, weil sich andere Profit aus der Gentechnik versprechen! Öko-Produkte werden stets ohne Gentechnik hergestellt".

"In Europa ist die große Mehrheit der Verbraucher gegen den Einsatz von Gentechnik in Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung. Die Agro-Gentechnik darf nicht gegen den Willen der Bürger durchgesetzt werden. Wir fordern die Abgeordneten des Bundestages auf, sich nach den Menschen und nicht nach den Interessen einiger Gentechnik-Konzerne zu richten.", so Günter Metzges, Geschäftsführer des Online-Bürgernetzwerkes Campact.

Ihre Ansprechpartner/innen:Almut Gaude (BUND), Tel. 030-27586-464
Jutta Jaksche (vzbv), Tel. 030-258-00-436
Georg Janßen (AbL), Tel. 04131-40 77 47
Peter Röhrig (BÖLW), Tel. 030-284823-06
Günter Metzges (Campact), Tel. 04231-957-446

Quelle im Internet und weitere Informationen: www.gentechnikfreie-regionen.de


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Sie haben eine Frage zum Thema "Gen-Reis" oder zum Thema "Gen-Mais" oder Sie möchten wissen, was bedeutet das Wort Gentechnik, oder was ist eigentlich Gen-Weizen? Einige Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter dem Stichpunkt Glossar und einige weiterführende Erläuterungen unter Brennpunkte I und II.