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Ausgebrannte oder ausgefressene Lichter

Eine überbelichtete Aufnahme zieht oftmals ein so benanntes Ausbrennen bzw. Ausfressen von Lichtern nach sich. Nicht immer muss es sich jedoch um eine Überbelichtung der ganzen Aufnahme handeln, um Lichter ausbrennen zu lassen. So kann es zum Beispiel der Fall sein, dass nur einige wenige Bildpartien helle Spitzlichter enthalten, die überbelichtet wurden, während die restlichen Bildpartien durchaus im Toleranzbereich des Sensorchips oder des Films lagen.

Diese ausgebrannten oder ausgefressenen Lichter kommen in der analogen Fotografie ebenso vor wie in der Digitalfotografie, sind jedoch bei letzterer schwerer zu beherrschen. Bei der analogen Fotografie hat der Fotograf bei einer Vergrößerung in der Dunkelkammer immer noch die Möglichkeit ausgefressene Lichter auszugleichen. Wenn zum Beispiel der Himmel überbelichtet wurde, kann dieser durch zusätzliches Nachbelichten und Abwedeln der restlichen Flächen angeglichen werden. In der Digitalfotografie bestehen derartige Möglichkeiten nicht, insofern man von Techniken wie dem Super-CCD Chip, der Einstellung einer Tonwertpriorität oder von der Anfertigung und dem Zusammenführen von Belichtungsreihen einmal absieht.

An Hand des nachfolgenden Beispiels lässt sich leicht verdeutlichen, wie sich Über- und Unterbelichtungen in der Digitalfotografie auswirken. Nachfolgende Belichtungsreihe wurde mit einer Canon EOS 450D angefertigt, wobei die Belichtungswerte in ganzen Werten nach unten und oben verändert wurden. Die Aufnahmen wurden im RAW Format gespeichert.

Eine einfache Belichtungsreihe

- 1 +/- 0 + 1
ISO 200
1/200 s
Blende 16
ISO 200
1/200 s
Blende 11
ISO 200
1/200 s
Blende 8
Löwenzahn dunkel

Löwenzahn normal / mittel

Löwenzahn hell

A B C

Im Ausschnitt C von der Aufnahme C, welche um eine volle Blendenstufe überbelichtet wurde, ist deutlich zu erkennen, dass ein Teil der Blütenblätter weiß wurde und somit sind diese Blütenblätter ausgefressen. Ausgefressene Lichter lassen sich nicht mehr rückgängig machen, auch nicht dann, wenn die Aufnahmen im RAW Format abgespeichert wurden. Das RAW Format bietet zwar bei der Bildbearbeitung einen höheren Spielraum als das JPG Format, doch bezieht sich dieser Spielraum bei Lichtern nur auf Überstrahlungen, nicht aber auf richtig ausgebrannte Bilddetails.

Anders sieht es bei unterbelichteten Aufnahmen aus, diese lassen sich im RAW Format durchaus verlustfrei korrigieren. So wurde die Belichtung von Aufnahme A mit dem Canon eigenen Tool - Digital Foto Professional - um einen Belichtungswert angehoben. Das Ergebnis ist in der Ansicht von Bild A sichtbar.

Ausschnitt von Bild C Ansicht von Bild A
Löwwenzahn mit ausgefressenen Lichtern Ein annehmbares Bild vom Löwenzahn

Anmerkung: Die analoge Fotografie und Digitalfotografie unterscheiden sich vor allem im Bereich heller Motive erheblich. Der S/W Negativfilm, ebenso der Farbnegativfilm, hat eine andere Absorptionskurve bzw. Gradationskurve als der Sensorchip einer Digitalkamera. Bei einem Negativfilm läuft die Absorption des Lichtes nach Erreichung eines hohen Wertes flach aus. Ein Sensorchip absorbiert hingegen nur Licht bis zu einem gewissen Maximalwert und streikt bei einer Überbelichtung.

Bekannt wurde dieses Verhalten von Sensorchips unter dem Begriff Clipping und steht für ein plötzliches Abschneiden bzw. ein plötzliches Kappen der weiteren Lichtaufnahme durch den Sensor. Das hat zur Folge, dass bei überbelichteten Negativfilmen immer noch etwas Zeichnung in den Lichtern vorhanden ist, die sich bei der Nachbearbeitung noch herauskitzeln lassen. In den Negativen sind die Lichter bekanntlich Schwarz und hier arbeitet der Negativfilm mit dichten und weniger dichten Schwarzfärbungen. Bei überbelichten Digitalaufnahmen kommt aber nach Weiß kein noch helleres Weiß mehr, sondern nur noch eine durchgehend weiße Fläche im Bild.

Wie oben bereits erwähnt, arbeiten die Kamerahersteller an einer Lösung des Problems, unter anderem durch eine Einstellungsmöglichkeit für Tonwertprioritäten, wie bei der Canon EOS oder durch die Verwendung sogenannten Super-CCD Sensoren. (Stand 2009)

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