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Albert Schweitzer - Bach und die EntscheidungWie bereits vor dem Studium und wiederholt in den Jahren des Studiums,
so auch in den Jahren danach, jedes Jahr im Frühjahr zog es Albert Schweitzer nach Paris.
Nicht jedoch wegen der Metropole, sondern um seinen Unterricht in Musik bei Charles Marie
Widor fortzusetzen. Zwischen beiden hatte sich eine Freundschaft entwickelt. Eine
Grundlage dieser Freundschaft bestand unter anderen in dem gemeinsamen Interesse an den
Werke von Johann Sebastian Bach. Es war im 1904 und Albert Schweitzer war noch mit den Arbeiten an
seinem Buch über Johann Sebastian Bach beschäftig, als eine Entscheidung in ihm reifte.
Den Anstoß für diese Entscheidung kam mit einem Brief, der eine monatlich erscheinende
Ausgabe einer Schriftenreihe der Pariser Missionsgesellschaft enthielt. In diesem Heft war
ein Aufruf, in der Hoffnung verfasst, Freiwillige zu finden, die in einer Mission am Ogowe
in Afrika helfen tätig würden. Das Jahr 1905, war dann das eigentliche Jahr der Entscheidung. Der Pariser Verlag Costallat brachte zusammen mit dem Leipziger Verlag Breitkopf und Härtel sein Buch über Bach heraus. Dieses fand durchweg Anerkennung in der Fachwelt. Weiterhin erschien sein Buch über den historischen Jesus 1906 und er schrieb an einem Buch über Orgelbau und Orgelspiel. Auch war er Mitbegründer der Pariser Bachgesellschaft. Es war mitnichten ein erfolgreiches Jahr für Albert Schweitzer. Seinen Entschluss Medizin zu studieren, um als Arzt nach Äquatorialafrika zu gehen, verstanden hingegen weder Verwandte noch Bekannte und alle wollten ihn abraten. Doch für ihn stand der Entschluss fest und so begann Albert Schweitzer im Alter von nunmehr bereits 30 Jahren im Jahre 1905 sein Medizinstudium. Trotz dieses Studiums arbeitete er weiterhin an der deutschen Fassung seines Buches über Johann Sebastian Bach. Auch seine Konzerttätigkeit nahm in diesen Jahren zu, da diese dazu beitrugen, seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Im Jahre 1911 bestand Albert Schweitzer die letzten Prüfungen des medizinischen Studiums. Es folgte ein praktisches Jahr als Volontär und die Vorbereitung auf seine Doktorarbeit. Das Thema seiner Doktorarbeit wählte er so geschickt, dass er seine Ausarbeitungen über das Leben Jesus fortführen konnte. Zur damaligen Zeit wurde Jesus von einigen Wissenschaftlern als ein Mensch eingestuft, der unter krankhaften Wahnvorstellungen litt. Albert Schweitzer gelang es, diese Theorien zu widerlegen. Seine Doktorarbeit erschien unter dem Titel "Die psychiatrische Beurteilung Jesu: Darstellung und Kritik". Nun begann für Albert Schweitzer eine Zeit, in dem er die finanziellen Mittel für sein Vorhaben als Tropenarzt tätig zu werden, aufbringen musste. Auch wenn er für eine bereits erwähnte Pariser Mission in Afrika tätig werden wollte, so lag es letztendlich an ihm, alle erforderlichen ärztlichen Mittel, wie Medikamente, Verbandsstoffe und Instrumente zu organisieren. Spenden von Professoren der Straßburger Universität, sowie von Kirchengemeinden, weiterhin der Pariser Bachgesellschaft, waren nur ein Anfang.
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